Hallo und guten Abend,
mein Name ist Alexandros Tallos und ich komme aus Dortmund. Ich bin mir sicher, dass bis heute niemand mit ähnlich verrückten Fragen auf Sie zugekommen ist, aber ich freue mich, wenn Sie ein offenes Ohr und Wort für mich erübrigen können.
Nach etlichen Jahren der Selbstständigkeit habe auch ich Mitte 2008 eine finanzielle Bruchlandung hingelegt, die meine "Seele" bis heute noch nicht verkraftet hat. Aus Zeitvertreib spiele ich seit ca 8 Monaten das Online Spiel "World of Warcraft". Am Anfang war es ein reiner Zeitvertreib, mittlerweile bin ich der Gildenleader (Vorsitzender der Spielergemeinschaft) auf einem der vielen Server weltweit.
Und so eine "Gemeinschaft" von bis zu 100 Spielern bringt natürlich auch eine Menge Probleme und Arbeit mit sich. Je länger ich diesen "Job" jedoch mache und je intensiver ich mich mit den "virtuellen" Problemen herumschlage, desto klarer wird mir, dass das, was ich hier erlebe, nichts anderes ist, als ein Abbild der Realität mit all den Fascetten, die man halt im "echten" Leben auch so erlebt.
Es kommt mir vor wie das Führen einer kleinen Firma und das "Optimieren" von Firmenführungen gehört vermutlich zu Ihren Stärken. Ich finde es absolut spannend, zu erleben, wie auch hier die unterschiedlichen "Menschentypen" in der Altersstruktur 15-40Jahren miteinander interagieren und wie völlig unterschiedliche Motivationen bei den einzelnen Spielern vorherrschen. Einer kommt nur ins Spiel, weil er sich nach der Arbeit entspannen will, ein anderer versucht Macht im Spiel zu erlangen, welche er im echten Leben wohl niemals haben wird und einem dritten ist es einfach nur wichtig zu spielen und er schert sich überhaupt nicht um die sozialen Prozesse in dem Spiel, während einer vierten Person (natürlich eine Frau
) das soziale Miteinander das Wichtigste in diesem Spiel zu sein scheint.
Kurzum - ich finde es furchtbar spannend, diese verschiedenen Motive zu beobachten und zu sehen, wie sich das auf das "Gemeinsame" - nämlich das Spiel selber auswirkt.
Ein wichtiger Punkt noch bevor ich zu den Fragen komme: Es ist innerhalb dieses Spiels wichtig, Spielergemeinschaften von mindestens 25 Spielern zu bilden, da man sonst bestimmte Spielziele NICHT erreichen kann.
Diese Spielergemeinschaften lassen sich in aller Regel recht schnell zusammenfinden, wenn es um das gemeinsame Ziel geht, nämlich bestimmte Spielziele gemeinsam zu erreichen. Ab diesem Zeitpunkt passieren zZ ganz erstaunliche Dinge. Die einen Spieler fangen auf einmal an Kritik an den Offizieren (Spielleitern) zu üben, andere verlassen die Gilde (Spielergemeinschaft) und wieder andere sind unmotiviert und lassen sich nicht mehr oft online sehen.
Es werden ganz unterschiedliche Gründe dafür aufgeführt, warum diese Situation im Moment so ist, wie sie ist - und ganz ehrlich - wie ich mich im Moment mit meiner Lebenspartnerin stundenlang darüber streite, wer nun besser nicht mehr zu dieser Spielgemeinschaft gehören soll und besser durch einen anderen zu ersetzen sei, erinnert mich doch sehr stark an die Zeit, als wir ähnliche Diskussionen noch über die Angestellten in meinem Unternehmen hatten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich hier so ins Zeug lege, denn ich möchte lernen, wie ich diese Situationen besser meistern kann - zum Wohle aller Beteiligten.
- Ist es überhaupt möglich Menschen mit so verschiedenen Motiven dieses Spiel zu spielen dauerhaft unter "einen Hut" zu bringen?
- Braucht es (grade wegen der vielen jungen Spieler) eine "starke Hand", um Unstimmigkeiten sozusagen "von ober herab" zu unterbinden?
Dazu ein Beispiel: Es wird von der Führungsebene eine Veränderung im Spielablauf beschlossen - als Test. Bei der nächsten Spielrunde jedoch fangen einige Spieler plötzlich an sich wütend über diese Veränderung aufzuregen und im Anschluss wurde auch von Spielern, die an diesem Abend nicht dabei waren, gerügt, dass "die da oben" wieder mal etwas verändert hätten und man die Spieler nicht darüber informiert hatte. (Dieses Szenario erlebe ich jeden Tag wenn ich mir die Kommentarte von BILD Lesern auf der Online Seite anschaue...)
Ich gebe diesen Spielern Recht, dass man Entscheidungen und auch Test öffentlich machen sollte, aber die Art der Anfeindungen nahm schon die Ausmasse einer Rebellion an.
- Auch hier wieder eine schwierige Entscheidung: Gesteht man den Spielern öffentliche Kritik zu, geht das mit einer starken Unruhe der Spielergemeinschaft einher - unterbindet man Kritik bemüht man sich eigentlich einem diktatorischen Mittel.
Mir fallen dazu noch eine Menge an Fragen ein, aber ich will zunächst einmal abwarten, wie Sie auf dieses "außergewöhnliche Projekt" reagieren.
Es würde mich wirklich freuen, wenn Sie hier mit Rat und Tat weiterhelfen, denn auch ich werde sicherlich eines Tages wieder "meinen Mann" in der Wirtschaft stehen und möchte dann besser gewappnet sein, als das letzte Mal
mfG
A.Tallos
mein Name ist Alexandros Tallos und ich komme aus Dortmund. Ich bin mir sicher, dass bis heute niemand mit ähnlich verrückten Fragen auf Sie zugekommen ist, aber ich freue mich, wenn Sie ein offenes Ohr und Wort für mich erübrigen können.
Nach etlichen Jahren der Selbstständigkeit habe auch ich Mitte 2008 eine finanzielle Bruchlandung hingelegt, die meine "Seele" bis heute noch nicht verkraftet hat. Aus Zeitvertreib spiele ich seit ca 8 Monaten das Online Spiel "World of Warcraft". Am Anfang war es ein reiner Zeitvertreib, mittlerweile bin ich der Gildenleader (Vorsitzender der Spielergemeinschaft) auf einem der vielen Server weltweit.
Und so eine "Gemeinschaft" von bis zu 100 Spielern bringt natürlich auch eine Menge Probleme und Arbeit mit sich. Je länger ich diesen "Job" jedoch mache und je intensiver ich mich mit den "virtuellen" Problemen herumschlage, desto klarer wird mir, dass das, was ich hier erlebe, nichts anderes ist, als ein Abbild der Realität mit all den Fascetten, die man halt im "echten" Leben auch so erlebt.
Es kommt mir vor wie das Führen einer kleinen Firma und das "Optimieren" von Firmenführungen gehört vermutlich zu Ihren Stärken. Ich finde es absolut spannend, zu erleben, wie auch hier die unterschiedlichen "Menschentypen" in der Altersstruktur 15-40Jahren miteinander interagieren und wie völlig unterschiedliche Motivationen bei den einzelnen Spielern vorherrschen. Einer kommt nur ins Spiel, weil er sich nach der Arbeit entspannen will, ein anderer versucht Macht im Spiel zu erlangen, welche er im echten Leben wohl niemals haben wird und einem dritten ist es einfach nur wichtig zu spielen und er schert sich überhaupt nicht um die sozialen Prozesse in dem Spiel, während einer vierten Person (natürlich eine Frau
Kurzum - ich finde es furchtbar spannend, diese verschiedenen Motive zu beobachten und zu sehen, wie sich das auf das "Gemeinsame" - nämlich das Spiel selber auswirkt.
Ein wichtiger Punkt noch bevor ich zu den Fragen komme: Es ist innerhalb dieses Spiels wichtig, Spielergemeinschaften von mindestens 25 Spielern zu bilden, da man sonst bestimmte Spielziele NICHT erreichen kann.
Diese Spielergemeinschaften lassen sich in aller Regel recht schnell zusammenfinden, wenn es um das gemeinsame Ziel geht, nämlich bestimmte Spielziele gemeinsam zu erreichen. Ab diesem Zeitpunkt passieren zZ ganz erstaunliche Dinge. Die einen Spieler fangen auf einmal an Kritik an den Offizieren (Spielleitern) zu üben, andere verlassen die Gilde (Spielergemeinschaft) und wieder andere sind unmotiviert und lassen sich nicht mehr oft online sehen.
Es werden ganz unterschiedliche Gründe dafür aufgeführt, warum diese Situation im Moment so ist, wie sie ist - und ganz ehrlich - wie ich mich im Moment mit meiner Lebenspartnerin stundenlang darüber streite, wer nun besser nicht mehr zu dieser Spielgemeinschaft gehören soll und besser durch einen anderen zu ersetzen sei, erinnert mich doch sehr stark an die Zeit, als wir ähnliche Diskussionen noch über die Angestellten in meinem Unternehmen hatten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich hier so ins Zeug lege, denn ich möchte lernen, wie ich diese Situationen besser meistern kann - zum Wohle aller Beteiligten.
- Ist es überhaupt möglich Menschen mit so verschiedenen Motiven dieses Spiel zu spielen dauerhaft unter "einen Hut" zu bringen?
- Braucht es (grade wegen der vielen jungen Spieler) eine "starke Hand", um Unstimmigkeiten sozusagen "von ober herab" zu unterbinden?
Dazu ein Beispiel: Es wird von der Führungsebene eine Veränderung im Spielablauf beschlossen - als Test. Bei der nächsten Spielrunde jedoch fangen einige Spieler plötzlich an sich wütend über diese Veränderung aufzuregen und im Anschluss wurde auch von Spielern, die an diesem Abend nicht dabei waren, gerügt, dass "die da oben" wieder mal etwas verändert hätten und man die Spieler nicht darüber informiert hatte. (Dieses Szenario erlebe ich jeden Tag wenn ich mir die Kommentarte von BILD Lesern auf der Online Seite anschaue...)
Ich gebe diesen Spielern Recht, dass man Entscheidungen und auch Test öffentlich machen sollte, aber die Art der Anfeindungen nahm schon die Ausmasse einer Rebellion an.
- Auch hier wieder eine schwierige Entscheidung: Gesteht man den Spielern öffentliche Kritik zu, geht das mit einer starken Unruhe der Spielergemeinschaft einher - unterbindet man Kritik bemüht man sich eigentlich einem diktatorischen Mittel.
Mir fallen dazu noch eine Menge an Fragen ein, aber ich will zunächst einmal abwarten, wie Sie auf dieses "außergewöhnliche Projekt" reagieren.
Es würde mich wirklich freuen, wenn Sie hier mit Rat und Tat weiterhelfen, denn auch ich werde sicherlich eines Tages wieder "meinen Mann" in der Wirtschaft stehen und möchte dann besser gewappnet sein, als das letzte Mal
mfG
A.Tallos


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