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Anzahl Nachrichten: 6 - Seiten (1): [1]
Autor: Jens_Ludwig
Erstellt: 18.02.2008 - 16:40
Betreff: Einführung einer neuen Firmensprache
Sehr geehrter Herr Berner,
sind Ihnen Konzepte zur Einfuehrung einer anderen Sprache als neue Firmensprache bekannt? In meinem Fall soll die jetzige Firmensprache Spanisch ersetzt werden durch Englisch.
Habe vergeblich recherchiert, und wuerde mich ueber Erfahrungsberichte bzw. Konzepte freuen.
Konnte Ihr Forum leider nicht absuchen, da ich keine Suchfunktion gefunden habe.
Mit freundlichen Gruessen
Jens Ludwig
______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 24.2.2007
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.02.2008 - 16:41
Betreff: re: Einführung einer neuen Firmensprache
Hallo Herr Ludwig,
eine Antwort finden Sie aber mit der Seitensuchfunktion (oben links), und zwar unter den Stichworten "Englisch", "Firmensprache" und "Sprachbarrieren". Wenn Sie in Google "Englisch" und "Firmensprache" eingeben, erhalten Sie übrigens auf Platz 1 denselben Artikel.
Freundliche Grüße
W. Berner
Autor: Jens_Ludwig
Erstellt: 18.02.2008 - 16:41
Betreff: re: re: Einführung einer neuen Firmensprache
Vielen Dank fuer Ihre prompte und hilfreiche Antwort, Herr Berner.
Gegoogelt hatte ich zu "Englisch" und "Firmensprache" zusaetzlich mit "Konzept", "Einfuehrung" und mehr. Offensichtlich waere weniger mehr gewesen :-)
Grosses Kompliment auch noch an Ihre Seite!!!
Gruss
Ludwig
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.02.2008 - 16:41
Betreff: re: re: re: Einführung einer neuen Firmensprache
Gern geschehen, und vielen Dank für das Kompliment!
Ich würde mich freuen, wenn Sie uns gelegentlich berichten könnten, wie Sie vorgegangen sind und welche Erfahrungen Sie dabei gemacht bzw. welche Überraschungen und Abenteuer Sie dabei erlebt haben. Wenn Sie möchten, stehe ich Ihnen hier im Forum auch gerne weiter als Ansprechpartner für konkrete Fragestellungen zu Verfügung.
Freundliche Grüße
und viel Erfolg
W. Berner
Autor: Jens_Ludwig
Erstellt: 18.02.2008 - 16:42
Betreff: re: re: re: re: Einführung einer neuen Firmensprache
Hallo Herr Berner,
da bin ich wieder!
Wir haben jetzt mit der Umsetzung unseres Projektes zur Einfuehrung einer anderen Firmensprache begonnen. Es soll von Spanisch auf Englisch umgestellt werden!
Das Ziel ist vom 1. Januar 2008 komplett auf Englisch umzustellen.
Vorher geben wir fuer weniger erfahrene Englischsprecher normale Englischkurse mit Fokus auf den Bereich, in dem die Mitarbeiter beschaeftigt sind. Fortgeschrittene Lerner bekommen einen speziellen Coaching-Kurs, den wir mit einer Sprachschule entwickelt haben. Im Vordergrund steht hier eine Akzentreduzierung, das Aufbrechen fossilisierter Strukturfehler und das Erlernen von “Functional Chunks”.
Functional Chunks sind feste Wortkombination zur Strukturierung einer Konversation. (Einfache Beispiele: “Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten!” als Starter; “Abschliessend moechte ich bemerken, dass …” als Abschluss oder “By the way” als Topic Shifter im Englischen)
Phase 1 bestand hauptsaechlich aus Beduerfnissklaerung mit dem Unternehmen und der Erklaerung unserer Strategie zur Einfuehrung unseres Programmes. Wir haben Phase 1 letzte Woche mit einem Meeting aller Beteiligten (Mitarbeiter, Management und Coaches) abgeschlossen. Das Meeting diente zur offiziellen Praesentation unseres Programmes in Anwesenheit der Leitung des Unternehmens. Es war ein Stepstone, um die Wichtigkeit des Projektes erfahrbar zu machen.
Phase 2 begann diese Woche mit informellen Meetings in den einzelnen Gruppen (1 Coach fuer 4 Schueler). Das Ziel ist, die Gruppen zu Lernteams zu verschmelzen und den Lehrer-Schueler-Aspekt zu relativieren. Es geht auch um Vertrauensbildung, denn die Coaches werden z.T. direkt am Arbeitsplatz mit den Mitarbeitern zusammenarbeiten.
Diese Coachings finden One-on-One statt und beinhalten das Aufnehmen von Gespraechsituationen in Rollenspielen und real-life-Situation. Spaetere Aufnahmen werden zum Vergleich herangezogen. Ausserdem werden diese Aufnahmen dem Management vorgelegt.
Phase 3 laeuft parallel zu Phase 2 und dient einem Quality – und Changemangement. Die Qualitaet der Coachings soll sichergestellt werden durch Meetings der Coaches zum Erfahrungsaustausch und Observationen der Coaches mit Feedback-Sessions. Change soll Flexibilitaet gewaehrleisten, um auf Veraenderungen schnell reagieren zu koennen. Veraenderungen bezueglich der Ziele des Managements oder auch Anpassungen der Coaching-Session an hoehere Standards.
Zusaetzlich finden 3woechige Meetings mit dem Unternehmensmanagement statt, um die Ergebnisse zu prasentieren, Zielsetzungen zu ueberpruefen und eventuelle Kurskorrekturen vorzunehmen.
Ende Dezember werde ich eine komplette Dokumentation des Projekts haben.
Danke fuer die das Lesens dieses sehr langen Beitrags und sehen Sie mir die Anglizismen nach, aber die Projektsprache ist Englisch.
Mit freundlichen Gruessen
Jens Ludwig
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.02.2008 - 16:45
Betreff: re: re: re: re: re: Einführung einer neuen Firmensprache
Hallo Herr Ludwig,
für Ihren informativen Zwischenbericht vielen Dank! Das scheint mir sehr schlüssig, was Sie da als Vorgehen entwickelt haben. Wichtig finde ich vor allem, dass der Sprachwechsel nicht einfach angeordnet, sondern mit Trainingsmaßnahmen unterstützt wird. Ich bin sicher, dass das nicht nur den Übergang erleichtern, sondern auch Widerstände und Trotzreaktionen reduzieren wird.
Wichtigstes Ziel des Sprachunterrichts und -Coachings – BTW: Sind das eigentlich Mitarbeiter, die Sie da als Coaches einsetzen, oder Externe? – ist aus meiner Sicht die Ermutigung zum Sprechen. Wenn Menschen erst einmal begonnen haben, in einer anderen Sprache zu sprechen (und zu schreiben), dann verbessert sich ihre Sprache von allein. Solange sie sich hingegen drücken, wächst nichts, außer der Angst. Deshalb ist meines Erachtens das Allerwichtigste, die Leute zum Reden zu kriegen.
Einer, der diese Ermutigung zum Sprechen exzellent beherrscht, ist übrigens mein Freund und Kollege Paul Smith. Ich habe ihn vor vielen Jahren bei meinem damaligen Arbeitgeber kennengelernt, wo er Professionals, die kaum mehr als ihr Schulenglisch mitbrachten, binnen weniger Tage dazu "verführte", Englisch zu reden (und sich dabei bald erstaunlich wohl zu fühlen). Ich war immer wieder überrascht, wie er in zweitägigen Seminaren hinbekam, was sechs, sieben oder neun Jahre Schulunterricht nicht erreicht (oder vielleicht auch verhindert) hatten.
Ein heißer Tipp für Ihre Mitarbeiter und Kollegen könnte auch Pauls kostenloser Service "One Word A Day" (OWAD) sein. Die Abonnenten seines Newsletters erhalten täglich ein englisches Wort mit drei Übersetzungsalternativen zugesandt; durch einen Klick auf den entsprechenden Link können sie überprüfen, ob sie richtig geraten (oder gewusst) haben, können die korrekte Aussprache abhören und erfahren einige Hintergründe zu Wortgeschichte und richtiger Verwendung.
So viel für den Moment – ich würde mich freuen, wenn Sie uns bei Gelegenheit noch mal berichten könnten, wie sich die Umstellung entwickelt hat.
Weiter viel Erfolg und
freundliche Grüße
Winfried Berner
Anzahl Nachrichten: 6 - Seiten (1): [1]
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