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Anzahl Nachrichten: 3 - Seiten (1): [1]
Autor: Karl
Erstellt: 18.02.2008 - 15:58
Betreff: Widerstand und Duldung
Hallo,

als "alter Hase im Projekt und Changemanagement" hat man mich in einer neuen Firma mit dem Aufbau und Leitung der neuen Funktion, des Supply chain Managements beauftragt. Direkt unter dem Vorstand geführt ( der Vorstand war neu aufgestiegen) würde ich mit der Prozessoptimierung der SC beauftragt.

Nachdem ich mich einige Wochen eingarbeitet hatte begann ich successiv die einzelen Unternehmesbereiche in meine Aktivitäten einzubinden. Immer öfters wurde ich von den verschiedenen Bereichsleitern zu meiner Stellung befragt und ich erklärte die mir übertragene Aufgabe und meine Vorstellungen zur Zusammenarbeit.

Wurde diese Frage an meinen Vorgesetzen in meinem Beisein gestellt, so wurde auf generell bekannt oder spätere Information verwiesen.

Den Widerstand, den meine Veränderungsbemühungen infolge seitens der Bereichsleiter erzeugte, versuchte ich durch Einbindung, Unterstützung und viel Gespräche entgegenzutreten. Zudem bat ich den Vorgesetzen unsere Zielvereinbarungen ( das Zielgespräch fand vor den Veränderungen statt) abzustimmen. Trotzalledem wurde ich immer wieder auf meine Funktion hinterfragt - und ich wäre doch für andere Dinge eingestellt worden. Es bildete sich nun ein solidarischer Widerstand. Mein Vorgesetzter wurde durch den nun kollectiven Widerstand über meine Art der Veränderungsbemühungen angesprochen. Ich wurde zur Personalleitung berufen, über die Weigerung der weiteren Zusammenarbeit der Änderungsbetroffenen informiert und entlassen.

Frage:

Sieht das nach einem Versäumnis der richtigen Entgegenung gegen den Widerstands seitens des
Änderungsveranwortlichen ( also mir ) aus oder vermute ich hier die fehlende Rückendeckung des Topmanagments

- der Widerstand wurde von mir an den Topmanager rechtzeitig und situativ gemeldet - sodass er bei Anfragen bezüglich der Zusammenarbeit immer auf aktuellem Stand antworten konnte.
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.02.2008 - 16:00
Betreff: re: Widerstand und Duldung
Hallo Karl,

schon möglich, dass Sie da "geopfert" wurden, nachdem Ihrem Vorgesetzten die Sache zu heiß wurde und er (und/oder seine Vorstandskollegen) von der Heftigkeit des Widerstands überrascht wurden.

Schwer zu beurteilen, was sich da hinter den Kulissen abgespielt hat – und unklar auch, was sich vor den Kulissen abgespielt hat, weil Ihre Aussagen hierzu nicht allzu klar sind. Was bedeutet es beispielsweise, wenn Sie schreiben, Sie wurden "immer öfters von den verschiedenen Bereichsleitern zu meiner Stellung befragt" bzw. "auf meine Funktion hinterfragt"? Heißt das, dass Sie den Leuten zu sehr auf den Pelz gerückt sind und für sie bedrohlich oder gar gefährlich geworden sind? Immerhin ist das Verhandeln und erst recht das Ändern von Ziel"vereinbarungen" ja eine Sache, die üblicherweise nur mit Vorgesetzten vorgenommen wird und nicht mit Kollegen und schon gar nicht mit einem Projektleiter.

Aus meiner Sicht ist Ihnen nicht gedient damit, wenn wir Sie hier von jeder Mitverantwortung "freisprechen" und Sie zum unschuldigen Opfer eines skrupellosen Widerstands erklären. Es mag durchaus sein, dass Ihr unmittelbarer Vorgesetzter mit seinem Verhalten nicht gerade den Beweis für besondere Tapferkeit geliefert hat – vermutlich ist das sogar so. Aber was hilft Ihnen das? Die Erklärung bei anderen zu suchen, mag sie in Ihrer momentanen Situation ein wenig trösten, aber es nimmt Ihnen zugleich jede Möglichkeit, aus der Situation zu lernen und Ihren eigenen Anteil an der Malaise zu erkennen.

Wie Sie als alter Hase wissen, wäre dies nicht das erste Projekt – und Sie nicht der erste Projektleiter –, das bzw. der an mangelnder Rückendeckung des Top Managements gescheitert ist, und es war mit Sicherheit auch nicht der letzte. Was also hat Sie veranlasst, die Grenzen des Mutes (und vielleicht auch der Macht) Ihres Vorgesetzten zu überschätzen? Was hat Sie dazu gebracht, die wachsenden Warnsignale zu ignorieren? Welcher Teufel hat Sie geritten, sich wie ein unerfahrener Jungspund ohne ausreichenden Rückhalt so weit "ins offene Meer hinaus" zu wagen?

Ich weiß, das sind unangenehme Fragen. Und sie kommen vielleicht auch noch zu früh, wenn Enttäuschung, Wut und Kränkung noch allzusehr brennen. Trotzdem sind das nach meiner Überzeugung die Fragen, die Sie am ehesten weiterbringen werden. Deshalb will ich Sie auch und gerade in der von Ihnen beschriebenen Situation nicht damit verschonen.

Mit Mitgefühl und den besten Wünschen

Ihr
Winfried Berner
Autor: Karl
Erstellt: 18.02.2008 - 16:01
Betreff: re: re: Widerstand und Duldung
Vielen Dank für die offene Rückinfo Herr Berner.

Vielleicht muss ich hier noch Einiges ergänzen.

Meine ursprüngliche Funktion in der Firma sollte Projektmanagement sein - nun hatte ich nach 4 Monaten eine 2 Mann Abteilung in der Hierarchie der Bereichsleitung.

Ab diesem Zeitpunkt wurde meine Position und auch meine Aufgaben hinterfragt und plötzlich trat der erste grösse Widerstand als z. Bsp Besprechnungsblockade auf. Man gab mir zu verstehen man wolle sich nicht lenken lassen ( ich hatte die Aufgabe übegreifende Projekte zur Lieferoptimierung durchzuführen und diese waren gemeinsam mit den Bereichsleitern in einer Roadmap mit der GL verabschiedet) und man hätte mich doch für andere Tätigkeiten eingestellt. Das mit dem auf den Pelz rücken habe ich schon gezielt vorgenommen. Ich habe nach Absprache mit dem Vorgesetzen gezielt Projekte vorbereitet und dann mit den Beteiligten bearbeitet -
dabei habe ich dann bemerkt, dass man das trotz Absprache offensichtlich gar nicht wollte. Diese Anzeichen, meine weitere Vorgehensweise, das auch zeitliche Aussetzen von Tätgkeiten - habe ich gezielt mit meinem Vorgesetzten besprochen und um Klärung gebeten. Ich sollte daraufhin auf 4 Seiten meine Stellung beschreiben welche er dann den Bereichsleitern zur klärung vorstellen wollte -doch diese Show habe ich nicht mehr erlebt.

Im übrigen habe ich nachgefragt, ob ich meine Tätigkeit falsch eingeschätzt hätte und ausserhalb meiner Kompetenz gefahren wäre - dies wurde vereint - man sprach aber von Kultur und der Art wie man bei der Firma zusammenarbeitet.

Gruss
Anzahl Nachrichten: 3 - Seiten (1): [1]
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