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Anzahl Nachrichten: 8 - Seiten (1): [1]
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 02.03.2009 - 10:58
Betreff: Ein paar Vergleichszahlen
Liebe Change Manager,

erinnern Sie sich noch an die Philipp-Holzmann-Pleite? Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder sprang damals ein, um mit 128 Millionen an Steuergeldern den Konkurs um einige Monate zu verschleppen.

Heute würde man wegen eines solchen Bagatellbetrags nicht einmal mehr einen Staatssekretär von Berlin nach Frankfurt schicken. Seit letztem Herbst reden wir nur noch über Milliarden. Selbst einstellige Milliardenbeträge sind anscheinend auch kaum noch der Rede wert. Als letzte Woche die Allianz einen "Jahresfehlbetrag" von 2,4 Milliarden Euro bekanntgegeben hat, stieg ihr Aktienkurs. Aber das fiel kaum auf, weil in derselben Woche beispielsweise die Royal Bank of Scotland 24 Milliarden Pfund, General Motors 30,9 Milliarden Dollar und die amerikanische Hypothekenbank Fannie Mae 58,7 Milliarden Dollar abgemeldet haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika, das Mutterland des Kapitalismus, sind mittlerweile mit 36 Prozent der größte Einzelaktionär der Citigroup, der einstmals größten Bank der Welt, nachdem sie bereits Ende 2008 mit einem staatlichen Hilfspaket von insgesamt 320 Milliarden Dollar vor dem Kollaps bewahrt werden musste.

Da wirkt es fast wie ein Bagatellbetrag, wenn Opel die Bundesregierung um 3,3 Milliarden Euro Unterstützung bittet. (Fürs erste.)

Wie viel Geld gibt es eigentlich auf der Welt? Sind die Staaten dieser Welt überhaupt dazu in der Lage, so viel Unterstützung zu geben? Wann ist der Punkt erreicht, wo die Staaten sich überheben und in Gefahr kommen, von ihren zwangsadoptierten Kindern in den Abgrund gerissen zu werden?

Dass der Politik und auch der Öffentlichkeit die Maßstäbe abhanden gekommen sind, hat vielleicht auch damit zu tun, dass die wenigsten Menschen wichtige Eckdaten der Weltwirtschaft im Kopf haben. Es fehlen uns daher verlässliche Referenzwerte ("Anker"), an denen wir die jeweils gehandelten Zahlen messen und in ihrer Größenordnung beurteilen zu können. Also verschieben sich die Maßstäbe mit den Größenordnungen, die Woche für Woche gehandelt werden.

Deshalb habe ich hier ein paar Zahlen zusammengestellt, die in dem aktuellen Zahlenwirbel als Referenzwerte dienen können:


Bruttoinlandsprodukte (BIP)

Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) entspricht nach EU-Definition dem Gesamtwert der produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich des Werts der Waren und Dienstleistungen, die bei ihrer Produktion als Vorleistungen verwendet werden. Ich gebe hier die Zahlen von 2007 wieder, weil hierzu im Gegensatz zu 2008 bereits endgültige Zahlen vorliegen.

EU (27 Länder) 12.342 Mrd. Euro

USA 10.075 Milliarden Euro (2008: 9.699 Mrd.)

Japan 3.199 Milliarden Euro

Innerhalb der EU sind die größten Volkswirtschaften

- Deutschland 2.423 Mrd. (2008: 2.492 Mrd.)
- UK 2.049 Mrd. (2008: 1.815 Mrd.)
- Frankreich 1.892 Mrd.
- Italien 1.536 Mrd.
- Spanien 1.051 Mrd.

Quelle: EuroStats

Das gesamte "Bruttoinlandsprodukt" der Welt liegt bei ca. 54.312 Milliarden Dollar; das entspricht bei einem Dollarkurs von 1,30 etwa 42 Billionen Euro.

Die oben erwähnte Stützung der Citigroup durch den amerikanischen Staat liegt also bei etwa 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA (oder fast dem ganzen BIP von Österreich).

Bitte folgende Zahlen zum BIP merken:

* Weltinlandsprodukt: ca. 54 Billionen Dollar oder 42 Billionen Euro
* EU: gut 12 Billionen Euro
* USA: rund 10 Billionen Euro (oder 13 Billionen Dollar)
* Deutschland: etwa 2,5 Billionen Euro
* UK und Frankreich: jeweils um die 2 Billionen Euro



Staatshaushalte

Nun können die Staaten dieser Welt, wie wir wissen, zwar relativ entspannt Gelder ausgeben, die sie gar nicht haben; trotzdem ist die richtige Bezugsgröße für staatliche Unterstützungsmaßnahmen nicht das Bruttoinlandsprodukt, sondern nur der Teil des BIP, der über Steuern und Abgaben dem Staat zufließt.

In der EU sind das durchschnittlich 45 Prozent;

- Deutschland 44,0%
- UK 41,7%
- Frankreich 49,7%
- Italien 46,6%
- Spanien 41,0%

Wesentlich darunter liegen eigentlich nur einige osteuropäische Staaten, an der Spitze die Slowakei mit 32,7%, sowie Irland mit 35,7%. Diskussionen, ob die Staatsquote nicht in Wirklichkeit viel höher ist, weil zusätzliche staatliche Mittel in "Nebenhaushalten" versteckt sind, müssen uns an dieser Stelle nicht interessieren, weil das für die Abschätzung von Größenordnungen keine entscheidende Rolle spielt.

Quelle: EuroStats

Zum Vergleich: Die USA liegen bei etwa 38 Prozent, die in Japan bei 36 Prozent. Damit liegt die Stützung der Citibank bereits in einer Größenordnung von 6,6 Prozent des amerikanischen Staatshaushalts. Zu berücksichtigen ist dabei überdies, dass die öffentlichen Haushalte ja nicht aus freien Mitteln bestehen, sondern zu annähernd 100 Prozent – manchmal auch mehr – festgelegt sind. Es geht also nicht um Verlagerungen, sondern um zusätzliches Geld. Zusätzliche Subventionen übersetzen sich also in praktisch gleicher Höhe in zusätzliche Schulden.

Bitte folgende Zahlen zur Staatsquote merken:

* EU rund 45 Prozent
* Deutschland knapp darunter
* UK rund 42, Frankreich rund 50 Prozent
* USA (noch) unter 40 Prozent



Staatsschulden

Neue Staatsschulden sind umso mehr ein Problem, je höher die vorhandenen schon sind. Die Länder der Europäischen Union sind mit durchschnittlich 58,9 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (!) verschuldet (Achtung, das ist nicht der Anteil am Staatshaushalt, sondern an der gesamten volkswirtschaftlichen Wertschöpfung – auf die Staatshaushalte umgerechnet ergeben sich 130,9 Prozent!). In der Eurozone sind es sogar 65,3 Prozent des BIP.

Deutschland und Frankreich liegen mit 63,1 Prozent bzw. 64,4 Prozent knapp unter dem Durchschnitt des Euroraums; das sind 143,4 bzw. 129,6 Prozent der öffentlichen Haushalte.

Die USA lagen bis vor kurzem in einer ähnlichen Größenordnung; unter George W. Bush ist die Staatsverschuldung jedoch innerhalb weniger Jahre steil angestiegen und lag Ende September 2008 bei 10.025 Milliarden Dollar; das sind 72,4 Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts oder 190 Prozent der öffentlichen Haushalte!

Die wirklichen Problemkandidaten sind weltweit aber Japan mit 182,8 Prozent des BIP und in Europa Italien (103,2%), Griechenland (92,4%) und Belgien (81,9%). Schon ein Zinsanstieg um ein oder zwei Prozent kann die öffentlichen Haushalte strangulieren und im schlimmsten Fall einen Staatsbankrott herbeiführen.

Quelle: Wikipedia – Stichwort Staatsverschuldung

Bitte folgende Zahlen zur Staatsverschuldung merken:

* EU knapp unter 60 Prozent des BIP = 130 Prozent der öffentlichen Haushalte
* Euroland rund 65 Prozent
* Deutschland und Frankreich knapp darunter
* Kritisch Japan, Italien, Griechenland und Belgien
* USA stark angestiegen auf fast 75 Prozent = 190% der öffentlichen Haushalte



Derivate / "Finanzinnovationen"

Die Zahl, die mich persönlich jedoch am meisten erschreckt hat, lautet 596 Billionen. Das ist laut Spiegel das Gesamtvolumen der 2007 weltweit gehandelten Derivate in US-Dollar. Wenn diese Zahl stimmt – mir erscheint sie immer noch unglaublich –, läge das Volumen dieser "finanziellen Massenvernichtungswaffen" (Warren Buffett) beim Elffachen des Weltinlandsproduktes, also sämtlicher weltweit erzeugten Güter und Dienstleistungen. Beim Elffachen!

Das heißt, schon ein durchschnittlicher Verlust von 10 Prozent auf diese Derivate würde mehr Vermögen vernichten als all die Werte, die die gesamte Weltbevölkerung innerhalb eines Jahres erwirtschaftet. Und wenn ein erheblicher Teil von diesem Zeug überhaupt keinen Wert mehr hat, weil ihn, gleich zu welchem Preis, niemand mehr kaufen will, wird auf beängstigende Weise deutlich, weshalb das gesamte Weltfinanzsystem derzeit in seiner wohl tiefsten Krise aller Zeiten ist.

Allein die "Credit Default Swaps" (CDS), die auf Immobilienkredite verbrieften Derivate, belaufen sich, ebenfalls laut Spiegel, auf 57 Billionen Dollar.


So, ich hoffe, diese Vergleichszahlen helfen ein bisschen, in dem derzeitigen Milliarden-Hexenkessel den Überblick zu behalten. Auch wenn sie nur begrenzt dazu geeignet sind, zur Beruhigung beizutragen.

Winfried Berner
Autor: Erich Köster
Erstellt: 03.03.2009 - 17:56
Betreff: re: Ein paar Vergleichszahlen
Liebe Changemanager,
ich arbeite im öffentlichen Dienst und habe gestutzt, als mir vor Kurzem ein "Haushälter" kopfschüttelnd sagte, dass die Politik die Relation für Geldvoluminia verloren hätte. Ihre Zahlen, Herr Berner, kann ich dahingehend noch nicht so recht interpretieren. Interessant wäre, wie die Veränderungen seit dem Beginn der Krise (also z.B. in den letzten sechs Monaten) aussehen und welche Zukunftsszenarien sich daraus ergeben könnten. Hier wären nicht nur die medienbekannten Konjunkturprogramme sondern alle Maßnahmen, die durch die Krisenstimmung motiviert sind, zu sehen.
Beste Grüße, Erich Köster
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 05.03.2009 - 16:16
Betreff: re: re: Ein paar Vergleichszahlen
Hallo Herr Köster,

vielen Dank für Ihren Hinweis! Sie haben Recht: Ich habe versäumt zu erläutern, wie diese Zahlen eigentlich zu lesen sind bzw. wie ich sie lese. Das will ich gerne nachtragen.

Generell ist mein Eindruck, dass wir mit den derzeit als Konjunkturprogrammen, Subventionen und Stützungsaktionen gehandelten Größenordnungen – ähnlich wie bei der Umwelt – die Grenzen des Systems zu erreichen und zu sprengen drohen. In beiden Fällen wäre die Konsequenz ein Zusammenbruch der Systeme. Und in beiden Fällen ist unklar, was dann passiert und wie es danach weiterginge; klar ist nur, dass es dramatische Folgen sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesamtsysteme hätte.

Als der damalige Bundeskanzler Schröder mit 128 Millionen zu Philipp Holzmann fuhr und die Pleite natürlich trotzdem nicht dauerhaft abwendete, konnte man sich als Steuerzahler ärgern, aber dieser populistische Auftritt hat den Staatshaushalt nicht in Gefahr gebracht. Heute reden wir über Größenordnungen, bei denen man sich diese Sorge durchaus machen muss.

"Deficit Spending", also Konjunkturprogramme, können durchaus sinnvoll sein. Aber nur, wenn sie den "Deficit Spender" nicht selber in so große Not bringen, dass er in die Knie geht oder sich nur noch mit dem reichlichen Nachdruck von Geldscheinen retten kann. Um zu beurteilen, wie nahe diese Gefahr schon ist, scheinen mir die genannten Referenzzahlen nützlich.

Was bedeuten die Zahlen?

Staaten können zwar mehr Geld ausgeben als sie haben (und tun es auch), doch der Preis dafür sind Schulden. Wenn die Schulden nicht mehr bedient werden können (ich rede gar nicht von zurückzahlen), dann ist es vorbei – dann ist der "Deficit Spender" selbst bankrott.

Wo liegt die kritische Grenze? – Das hängt von drei Faktoren ab: Vom Gesamtvolumen des Bruttoinlandsprodukts, der Staatsquote (weil dem Staat ja nicht das ganze BIP zu Verfügung steht, sondern nur der Teil, der der Staatsquote entspricht) und dem bereits vorhandenen Schuldenstand: Wer geringe Schulden hat, kann sich vorübergehend (!!) sehr wohl ein höheres Defizit leisten; wer bereits unter dem heutigen Schulden taumelt, sollte sich besser nicht noch mehr aufladen.

Beispiel Italien: Dieser Staat ist mit 103,2 Prozent verschuldet ist und eine Staatsquote von 46,6 Prozent hat, muss bei einem Zinssatz von 4 Prozent bereits knapp 8,9 Prozent sämtlicher öffentlichen Mittel für den Zinszahlungen (ohne Rückzahlung!) aufwenden; bei einem Zinssatz von 6 Prozent sind es 13,3 Prozent und bei 8 Prozent Zinsen 17,7 Prozent. Nicht nur ein Anstieg der Zinsen, wie er kommen wird, sobald die deflationären Tendenzen in inflationäre umschlagen, bringt diese Länder in Gefahr, sondern schon eine Verschlechterung ihres Kredit-Rating, also der Einschätzung ihrer Kreditwürdigkeit, weil die sich unmittelbar in höhere Zinsen übersetzt.

Zusätzliche Belastungen sollten sich Länder wie Italien, Griechenland, Belgien oder Irland also besser nicht mehr aufladen, auch nicht, um die Konjunktur anzukurbeln (oder den Abschwung zu bremsen).

Deutschland ist da deutlich besser aufgestellt, mit einer Verschuldung von (noch) 63 Prozent (des BIP) und einer Staatsquote von 44 Prozent. Doch die 63 Prozent des BIP entsprechen 143,4 Prozent aller öffentlichen Haushalte. Allzu stark sollten wir uns also auch nicht fühlen.

Der Bundeshaushalt liegt bei 288,4 Milliarden Euro (Plan 2009); ursprünglich geplant war eine Neuverschuldung von 10,5 Milliarden Euro. Ein Konjunkturpaket in Höhe von 50 Milliarden Euro verfünffacht also die Neuverschuldung und macht immerhin 17,5 Prozent des geplanten Bundeshaushalts aus.

Finanzminister Steinbrück hat gerade angedeutet (Spiegel 9/2009), dass die EU kaum umhin kommen wird, strauchelnde EU-Länder zu stützen. Und er spricht damit wohl nur aus, was im Falle des – nicht mehr unwahrscheinlichen – Falles wahrscheinlich unvermeidlich ist. Was aber wiederum hieße, dass nicht zuletzt auf Deutschland weitere substanzielle Belastungen zukämen.

Trotzdem sind die USA mit einer Verschuldung der öffentlichen Haushalte von 190 Prozent noch deutlich schlechter aufgestellt. Der Bundeshaushalt liegt bei knapp 3 Billionen Dollar, die Einnahmen indes nur bei gut 2,5 Billionen, sodass alleine im Haushaltsjahr 2007/08 ein Defizit von 454,8 Milliarden Dollar klaffte. Für 2008/09 wird laut manager-magazin ein Defizit von 1,2 Billionen Dollar erwartet, also 40 Prozent des Bundeshaushalts (Stand Anfang Januar 2009).

Was will uns der Dichter damit sagen?

Ich hoffe, all dies macht deutlich, dass selbst Staaten wie die USA und Deutschland Beträge, wie sie in letzter Zeit als Subventionsforderungen gehandelt werden, nicht mehr in der Manier des dicken Maxe wegstecken können, sondern dass sie an die Substanz gehen.

Die aufgeführten Zahlen sollen uns helfen, wenigstens mental noch halbwegs die Größenrelationen zu bewahren und nicht völlig die Maßstäbe zu verlieren.

Ich hoffe, es hilft …

Winfried Berner
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 10.03.2009 - 08:00
Betreff: re: re: re: Ein paar Vergleichszahlen
Gestern ging die Meldung durch die Medien, dass die Finanzkrise nach einer Studie der Asian Development Bank (ADB) 50 Billionen Dollar, also knapp 40 Billionen Euro, vernichtet hat.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612097,00.html

Wenn das stimmt, wären Werte fast in Höhe des gesamten Welt-Bruttoinlandsproduktes des Jahres 2007 verloren. Das sollte schon für ein bisschen eine Krise reichen.
Autor: Romina Erfurth
Erstellt: 01.04.2009 - 18:46
Betreff: re: Ein paar Vergleichszahlen
Hallo Herr Berner, liebe Change Manager,

ich schreibe genau über dieses Thema hier im Forum "Change Management in der Weltwirtschaftskrise und die
gesonderten Anforderungen an Manager" meine
Bachelor Arbeit.
Nun wollte ich Sie bitten, ob Sie mir einen Fragebogen zu diesem Thema ausfüllen
könnten. Dazu bräuchte ich aber noch die richtig Email-Adresse von Ihnen.
Sie würden mir wirklich sehr damit weiterhelfen.

Vielen Dank im Voraus.
Viele Grüße
Romina Erfurth
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.04.2009 - 11:07
Betreff: re: re: Ein paar Vergleichszahlen
Hallo Frau Erfurth,

sorry, ich sehe gerade jetzt erst Ihre Nachricht.
Falls es für Ihre Arbeit noch nicht zu spät ist: Die E-Mail-Adresse finden Sie im Impressum.

Grüße

W. Berner
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.04.2009 - 11:16
Betreff: re: re: re: Ein paar Vergleichszahlen
Die FAZ meldet gerade, das Verlustrisiko alleine der deutschen Banken mit ihren sogenannten "toxischen Wert(?)papieren" liege bei 500 bis 600 Milliarden Euro.

Während einige amerikanische Banken schon wieder "überraschende (?!) Gewinne" melden, wird diskutiert, dem Staat - also dem Steuerzahler - über die Soffin eine Art Ausfallbürgschaft für diese Verluste unterzujubeln.

Wo lag noch einmal das Volumen des Bundeshaushalts? Richtig, bei rund 290 Milliarden Euro.
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 21.05.2009 - 09:38
Betreff: re: Ein paar Vergleichszahlen
Aus dem "Spiegel" (20/2009, S. 99):

"Das globale Finanzvermögen lag 1980 bei 12 Billionen Dollar und hat sich bis 2007 auf 196 Billonen Dollar vervielfacht. Die Finanzvermögen sind in den vergangenen 25 Jahren dreimal so stark gestiegen wie die Weltproduktion, die Vermögensansprüche der Geldbesitzer sind inzwischen viermal größer als die jährliche globale Wirtschaftsleistung."
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