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Alle Kategorien > Change Management > PMI / Post-Merger-Integration > Integration: Mitarbeiterzeitschrift
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
Autor: mic
Erstellt: 18.02.2008 - 13:01
Betreff: Integration: Mitarbeiterzeitschrift
Heute komme ich wieder auf Sie zurueck mit einer Frage zum Thema Kommunikation nach Akquisitionen. Ich arbeite fuer die Abteilung Unternehmenskommunikation eines internationalen Industriekonzerns. Vor einigen Wochen haben wir ein groesseres Unternehmen akquiriert.

Derzeit bereite ich ein Special unserer Mitarbeiterzeitschrift zur Integration der beiden Unternehmen vor, das im September erscheinen soll.
Ziel ist
1. den neuen Kollegen die Moeglichkeit zu geben, sich die neue "Mutter" genauer vorstellen zu koennen.
2. unseren Mitarbeitern die neue Firma und die neuen Kollegen vorzustellen

Nach einem ersten Brainstorming sollen folgende Themen in der Sonderausgabe enthalten sein:

1. Interviews mit Mitarbeitern aus beiden Firmen
2. Interviews mit dem Management (Thema: langfristige Ziele fuer die neue Organisation, etc.)
3. Organigramme der neuen Organisation
4. Artikel zur Produktpalette beider Firmen -- wo sind Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede?
5. Werbung fuer eine Hotline-Nr, an die sich Mitarbeiter mit Fragen wenden koennen
6. Veroeffentlichung der am haeufigsten gestellten Fragen, die auf dieser Hotline bereits gestellt wurden, und die dazugehoerigen Antworten.

Und nun meine Frage an Sie, bzw. auch an andere Besucher des Forums:

Haben Sie aus Ihrer Taetigkeit Erfahrung, welche Elemente dieser Themen bei Mitarbeitern "besonders gut ankommen", oder gibt es weitere Punkte, die in einer solchen Publikation unbedingt angesprochen werden sollten?

Fuer Ihre Bemuehungen danke ich im Voraus!

Viele Gruesse

Michaela

______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 15.5.2002
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.02.2008 - 13:03
Betreff: re: Integration: Mitarbeiterzeitschrift
Hallo Michaela,

aus meiner Sicht sind die Themen, die Sie da aufgelistet haben, absolut sinnvoll.

Die zentrale Frage, die Mitarbeiter bei einschneidenden Veränderungen bewegt, ist immer die Gleiche: Was bedeutet das für mich? Meinen Job? Meine Kollegen?

Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit, wie beim Stichwort Ängste erläutert, immer erst auf die Bedrohungen. Das heißt, die Leute sind für positive Aspekte erst dann erreichbar, wenn ihre wesentlichen Sorgen ausgeräumt sind. Und die beziehen sich nicht bloß auf die Sicherheit des Arbeitsplatzes, sondern auch darauf, ob die Dinge, die ihnen an der Arbeit wichtig sind, erhalten bleiben. Das können so banale Dinge wie Arbeitszeiten oder (im Außendienst) die Kategorie des Dienstwagens sein, aber auch emotionale Bedürfnisse wie persönliches Ansehen, Geborgenheit und Freiheit von Versagensängsten (d.h., die Angst, nicht zu genügen, nicht mehr mitzukommen usw.), und nicht zuletzt Gestaltungsfreiräume und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Das geht natürlich weit über das hinaus, was eine Zeitschrift leisten kann. Dafür sind redliche Informationen im persönlichen Gespräch mit Vorgesetzten und personale Autorität in der Diskussion erforderlich. Und vor allem die Bereitschaft zu einer offenen Auseinandersetzung mit den unangenehmen Themen.

Die Zeitung kann diese direkten Informationen auf wertvolle Weise unterstützen: Indem sie wesentliche Informationen schriftlich zusammenfasst (und damit Berechenbarkeit schafft und Angst abbaut), indem sie den neuen Kollegen zeigt, dass sie willkommen sind, aber auch, indem sie unangenehme Themen nicht ausklammert.

Wichtig sind dafür möglichst konkrete Aussagen. Also kein blumiges Geschwätz à la "eine Ehe, die im Himmel geschlossen wurde" (O-Ton etlicher Fusionsankündigungen). Die Leute sind ja nicht doof – sie wissen auch, dass es um nicht zuletzt Synergieeffekte geht. Also am besten ganz genau erklären, wo die Synergien herkommen sollen und was das für die einzelnen Bereiche bedeutet.

Also drängen Sie das Management in Ihrem Interview zu möglichst konkreten Aussagen! Es braucht keine Angst haben, damit schlafende Hunde zu wecken: Die Hunde sind längst wach.

Viel Erfolg damit!

Winfried Berner

PS: Der Zeitpunkt, zu dem Ihr Special erscheinen soll, liegt sehr spät – bis September sind die wesentlichen Weichenstellungen längst gelaufen. Wäre es möglich, die Mitarbeiterzeitschrift aufzuteilen und das, was Sie bereits jetzt sagen können, schon in den nächsten Wochen mitzuteilen, und im September eine zweite Ausgabe mit neuen Informationen nachzuschieben?
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
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