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Anzahl Nachrichten: 16 - Seiten (1): [1]
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:34
Betreff: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Im Rahmen einer Diplomarbeit habe ich das Thema Integrationsmanagement ausgewählt.
Dabei soll es um die PMI und die "weichen Faktoren" gehen; ein weiterer Schwerpunkt ist das Profil eines Integrationsmanagers.
Parallel werde ich eine empirische Untersuchung mit unserer zweiten und dritten Führungsebene durchführen.
Haben Sie dazu Beispiele, Erfahrungswerte oder Muster für mich?
Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Hilfe.
Viele Grüsse aus Düsseldorf,
Marc Höttemann
______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 1.7.2003
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:34
Betreff: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Höttemann,
ich habe etwas Mühe, Ihr Anliegen zu verstehen. Beispiele, Erfahrungswerte oder Muster für was?
Eine empirische Untersuchung, die bereits durchgeführt wurde, braucht man ja kein zweites Mal durchführen, außer vielleicht, um ihre Ergebnisse zu überprüfen. Denn wenn man die Ergebnisse schon kennt, ist ja irgendwie der Witz raus, oder?
Mit der Bitte um eine nachvollziehbare Erläuterung grüßt
Winfried Berner
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:34
Betreff: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Berner,
Sie haben recht, meine Anfrage war etwas unspezifiziert.
Aktuell befinde ich mich im Rahmen der Diplomarbeit bei der Literaturrecherche und habe bspw. die beiden Doppler-Bände "Change-Management" bereits gelesen.
Aktuell steht die empirische Untersuchung in meinem Unternehmen auf dem Programm und ich habe bisher keine rechte Idee, wie ich die Untersuchung "aufziehen" soll.
Auch die Internet-Recherche hat mich bisher nicht schlauer gemacht.
Fakt ist, dass das Ergebnis ein Beweis der These "Integrations-Management als zentrale Führungsaufgabe bei Fusionen, Umstrukturierungen etc." sein soll.
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:35
Betreff: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Höttemann,
flapsig gesagt, aber durchaus ernst gemeint: Wie Sie Ihre Untersuchung aufziehen sollen, hängt maßgeblich davon ab, welche Fragestellung Sie beantworten und zu diesem Zweck empirisch untersuchen wollen. Es hat absolut keinen Sinn, über Methoden nachzudenken, solange die Zielsetzung unklar ist.
Also machen Sie folgende drei Schritte:
1. Hypothese: Wie lautet Ihre Hypothese genau? Welchen Zusammenhang zwischen Intervention (z.B. irgendwelchen Maßnahmen) und Wirkungen (z.B. Funktionsfähigkeit des Unternehmens) vermuten Sie?
2. Vorhersage: Falls die Hypothese stimmt, an welchen beobachtbaren Sachverhalten würde man dies erkennen? Welche Zusammenhänge, Korrelationen o.ä. müssten sich nachweisen lassen?
3. Methode: Auf welche Weise lässt sich ermitteln, ob diese beobachtbaren Sachverhalte tatsächlich vorliegen (bzw. im Falle der Intervention häufiger vorliegen als ohne sie)?
Das ist eigentlich schon alles - wobei der kreativste Schritt sicher Nr. 2 ist: Pfiffige empirische Untersuchungen zeichnen sich dadurch aus, dass schlüssige, aber nicht-triviale Operationalisierungen gewählt werden.
Wenn Sie ein Konzept entworfen haben, können Sie es gern wieder in diesem Forum zur Diskussion stellen und querprüfen. Ich bin dann gerne bereit, Ihnen meine Anregungen zu geben. Aber bitte erwarten Sie nicht, dass ich Ihnen hier Ihre Aufgabe abnehme und Ihnen ein Konzept für Ihre Diplomarbeit vorschlage. Schließlich sollen Sie Ihre Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten nachweisen und nicht ich.
Freundliche Grüße
Winfried Berner
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:36
Betreff: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Berner,
meime Hypothese lautet wie folgt:
„1 + 1 = 2 x Faktor Mensch: Integrations-Management als kritischer Erfolgsfaktor bei der Post-Merger-Integration“
These: Integrations-Management als zentrale Führungsaufgabe bei Fusionen, Umstrukturierungen etc.
Die Grobgliederung gestaltet sich wie folgt:
1. Einleitung
1.1 häufiges Scheitern von Fusionen aufgrund des „Faktors Mensch“
(kulturelle Unterschiede, Managementfehler etc.)
1.2 zentrale Führungsaufgabe: Integrationsmanagement
2. Hauptteil
2.1 der Wandel an sich (Definition / Beschreibung)
2.2 Widerstände gegen den Wandel – warum scheitern viele Fusionen?
2.3 die Psychologie bei einer Fusion
2.4 kritische Erfolgsfaktoren (Definition / Beschreibung)
2.5 Notwendigkeit / Wichtigkeit des Integrations-Managments
2.6 Anforderungsprofil eines Intergrations-Managers
2.7 Abgrenzung Integrations-Manager – Change Agent
2.8 empirische Untersuchung: Interview vs. Fragebogen
2.9. Analyse / Auswertung der empirischen Untersuchung
3. Schluss
3.1 Fazit
3.2 praktische Anwendung
3.3 Entwicklung eines „Leitfadens“ für Integrations-Manager.
Was halten Sie davon?
Viele Grüsse,
Marc Höttemann
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:36
Betreff: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Höttemann,
Sie haben ja doch schon ein Stück mehr vorgearbeitet als Sie sich anmerken ließen ...
Deshalb eine schnelle Antwort:
(a) Die Hypothese gefällt mir - insbesondere, dass Sie den "Faktor Mensch" als Multiplikator für den Integrationserfolg postulieren. Der zweite Teil bedarf m.E. der Präzisierung: "als kritischer Erfolgsfaktor" wäre mir ein bisserl zu vage; außerdem behauptet das "als" nach meinem Sprachverständnis keinen Zusammenhang, sondern benennt lediglich eine Betrachtungsperspektive: "Goethe als Mensch" / "Goethe als Fußgänger" / "Goethe als Verführer" / etc. Vorschlag: Ersetzen Sie erstens das "als" durch ein "ist", und bekennen Sie zweitens Farbe: "... ist der zentrale Erfolgsfaktor" oder, wenn Ihnen das zu kühn (oder zu schwer nachzuweisen) ist, ersetzen sie das "der" durch ein "ein".
(b) Was Sie als These bezeichnen, ist aus meiner Sicht eher eine mögliche Schlussfolgerung, falls es Ihnen gelingt, Ihre Hypothese empirisch zu untermauern. An dieser Stelle eigentlich überflüssig, außer Sie haben eine klare Differenzierung zwischen "Hypothese" und "These".
(c) Ausgebüxt sind Sie bislang meinem Punkt 2 aus dem vorigen Kommentar: Was ist bzw. sind die (beobachtbaren und überprüfbaren) Vorhersagen, die Sie aus Ihrer Hypothese ableiten? Das ist meines Erachtens der Knackpunkt, über den Sie als nächstes nachdenken müssen. Also: Mal angenommen, Integration Management hat einen Nutzen - wovon wir ja beide ausgehen -, woran würde man ihn eigentlich erkennen?
Freundliche Grüße
Winfried Berner
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:37
Betreff: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Nachtrag: Um auf Ideen zu kommen, könnten Sie sich zum Beispiel mal die Artikel Verwundbarkeit, Abwanderung und Kommunikation bei Fusionen anschauen.
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:37
Betreff: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Berner,
ich bin begeistert, wie schnell und hilfreich Sie mit Ihren Beiträgen für mich sind.
Ich werde die drei Beiträge lesen und hoffe auch weitere spannende Inspirationen. Dann werde ich mich auch hoffentlich zu Ihrem Punkt 2 äußern können.
Danke !
Viele Grüße,
Marc Höttemann
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:38
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Höttemann,
gern geschehen. Da haben Sie einfach ein bisschen davon profitiert, dass Sie der Erste waren, der mich mit dieser Art von Fragestellung genervt hat. Und dass ich heute einen Bürotag hatte - und keine Lust, meine eigentliche Arbeit zu machen.
Aber wenn es dem Vaterland nützt ...
Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit
Winfried Berner
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:38
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Berner,
ich schweife mal ein wenig ab, aber:
Ich habe Probleme mit der Definition von "These" bzw. "Hypothese". Laut "Meyers Taschenlexikon" bedeutet beides aus meiner Sicht ungefähr das gleiche.
Können Sie mir auf die Sprünge helfen?
Danke,
Marc Höttemann
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:39
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Höttemann,
ich würde "Meyers" in diesem Fall nicht widersprechen; meine Bemerkung oben unter (b) geht ja in eine ähnliche Richtung.
Der Unterschied ist in meinen Augen, dass die Begriffe unterschiedlichen "Sprachspielen" entstammen: Der Begriff "These" wird eher im geisteswissenschaftlichen Umfeld verwandt, Unterabteilung Diskurs: "These und Antithese" in der klassischen Dialektik, "Ich stelle mal die These in den Raum ..." (und wer räumt sie hinterher wieder weg?!). Der Begriff "Hypothese" kommt eher aus dem naturwissenschaftlichen Umfeld bzw. aus der Wissenschaftstheorie. Hier steht Hypothese für eine Behauptung, die durch eine empirische Untersuchung oder Versuchsanordnung zu beweisen ist.
Dem "kritischen Rationalismus" (Karl Popper u.a.), der Grundlage des experimentell-wissenschaftlichen Arbeitens ist, verdanken wir eine zusätzliche Komplikation: Er behauptet (mit guten Gründen), dass eine positive Beweisführung (also der Beweis für die Wahrheit einer Hypothese) nicht möglich ist, sondern allenfalls die Falsifizierung (UNwahrheitsbeweis). Deshalb dreht man üblicherweise den Spieß um und formuliert eine Nullhypothese, die das Gegenteil der eigenen Überzeugung behauptet, und bemüht sich anschließend, diese Nullhypothese zu "falsifizieren", also empirisch zu widerlegen. Gelingt diese Falsifikation der Nullhypothese, so betrachtet man dies als Unterstützung der eigentlichen Hypothese.
Ist angesichts dieser Erläuterungen noch irgendetwas klar geblieben?
Dennoch alles Gute
Winfried Berner
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:39
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Guten Abend Herr Berner,
danke für Ihre Ausführungen zu "Hypothese" und "These". Dank Ihres Inputs ist mir vieles klarer geworden. Dennoch knabbere ich weiter an dem Thema "These" und "Was will ich mit der empirischen Untersuchung erreichen?".
Aktuell befinde ich mich in der Entwicklung des Fragebogens. Mich interessiert, ob ich Sie im Rahmen eines Pre-Tests in die Konzeption des Fragebogens einbinden kann (das heisst nicht, dass Sie den Bogen entwickeln sollen, sondern ich mich über Ihr Feedback bzgl. der diversen Fragestellungen, der Verständlichkeit der Fragen und dem Spaß am Ausfüllen freue).
Noch einen schönen Abend an diesem heissen Juli-Tag,
Marc Höttemann
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:39
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Höttemann,
warten Sie mit der Entwicklung des Fragebogens besser, bis Sie sich darüber klar sind, was Sie mit Ihrer Untersuchung erreichen wollen. Es hat keinen Sinn, nach einer Antwort zu suchen, so lange man die Frage nicht weiß. Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass meine zentrale Anmerkung zu Ihrem Fragebogen sonst sein wird: Werden Sie sich über Ihre zentrale Fragestellung klar und formulieren Sie präzise, welche Hypothesen Sie überprüfen wollen.
Vorschlag: Falls Sie sich damit weiterhin schwer tun, führen Sie mal ein paar mündliche (!!!) Interviews mit Mitgliedern Ihrer Zielgruppe. Das gibt Ihnen mit Sicherheit ein klareres Bild von der "wirklichen Realität" und räumt möglicherweise ein paar falsche Vorstellungen weg, die zwangsläufig entstehen, wenn man bloß am Schreibtisch vor sich hin denkt.
Wenn Sie ein Stück weiter sind, können Sie Ihre Punkte gern wieder hier ins Forum einbringen.
Freundliche Grüße
Winfried Berner
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:40
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Berner,
nach meinem wohlverdienten Jahresurlaub geht es wieder um den Fragebogen. Er ist fertiggestellt! Ich würde Ihn diesen gern per Mail zur Verfügung stellen, allerdings finde ich auf Ihrer HP keine Mail-Adresse.
Können Sie mir die Mail-Adresse nennen?
Danke,
Marc Höttemann
Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 19:40
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Herr Höttemann,
"im Prinzip" bin ich über die Mailadresse erreichbar, die auf der Homepage angegeben ist.
Ich bitte Sie aber, Ihre Fragen weiter hier in das Forum einzubringen, damit andere Interessenten sie mitverfolgen können. Eine Durchsicht Ihres gesamten Fragebogens samt Feedback kann ich aus Zeit- und Kapazitätsgründen nicht übernehmen. Nutzen Sie dafür die Informationen, die ich unter den Stichworten "Fragebogen" und "Fragebogen: Handwerkliche Tipps" gegeben habe.
Freundliche Grüße
Winfried Berner
Autor: Höttemann
Erstellt: 17.02.2008 - 19:40
Betreff: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: re: Integrationsmanagement - und methodisches Arbeiten
Hallo Herr Berner,
das sehe ich ein.
Inzwischen ist der Fragebogen fertiggestellt und ich würde diesen gern interessierten Besuchern Ihrer Seite zur Verfügung stellen:
Post-Merger-Integration
Ich erstelle eine Studienarbeit zum Thema "Integrationsmanagement als kritischer Erfolgsfaktor bei der Post-Merger-Integration".
Dazu habe ich einen Fragebogen entwickelt, um die These
("Integrations-Management ist die prioritaere Fuehrungsaufgabe bei Mergers & Acquisitions") empirisch zu belegen.
Wer sich beteiligen moechte, hier gibt es den
Fragenbogen: im-umfrage@vr-web.de.
Vielen Dank !
Anzahl Nachrichten: 16 - Seiten (1): [1]
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