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Alle Kategorien > Change Management > Change Management allgemein > Claims von CM: PRseitig oder/und HRseitig
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
Autor: Helger
Erstellt: 10.02.2008 - 16:57
Betreff: Claims von CM: PRseitig oder/und HRseitig
Hallo Herr Berner,

das Thema CM ist sicher auch ein Eldorado, das nach und nach von anderen betreten wird (und vielleicht auch wieder Geisterstädte hinterläss)t: z.B. von PR Agenturen mit ernsthafter Glaubwürdigkeit (z.B. JR:PR) oder eben als versuchte Geschäftsfelderweiterung und Spielwiese.

Wie sehen Sie hier die Entwicklungen der unterschiedlichen Annäherungen an CM, was passt zusammen, was ergänzt oder beisst sich, was ist Substanz und was ist Wolkenschieberei.

Grüße

Lothar Helger
People Partner
______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 9.6.2005
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 10.02.2008 - 16:58
Betreff: re: Claims von CM: PRseitig oder/und HRseitig
Hallo Herr Helger,

Ihre Frage ist so allgemein gestellt, dass ich mir sehr schwer tue, sie zu beantworten. Dazu kommt, dass ich die Entwicklungen in der Szene nur ausschnittsweise kenne, weil ich wenig Zeit mit Trendbeobachtung oder Markt- und Wettbewerbsanalysen verbringe.

Deshalb nur so viel: Ob jemand im Change Management gute oder schlechte Arbeit macht, ist meines Erachtens weniger eine Frage der Herkunft als seiner Bereitschaft und Fähigkeit, eine tragfähige Brücke zwischen den strategischen Erfordernissen des Geschäfts und den Bedürfnissen der betroffenen Menschen, Gruppen und Organisationseinheiten zu schagen. Dass dabei auch einzelne PR-Agenturen Leistungen abliefern, die zumindest bei ihren Kunden (!) Anerkennung finden, zeigt das Buch Veränderungskommunikation von Jörg Pfannenberg.

Dabei scheint es mir allerdings so zu sein, dass unterschiedliche Herkünfte unterschiedliche Gefährdungen mit sich bringen:

• Wer von der betriebswirtschaftlich-strategischen oder auch der naturwissenschaftlich-technischen Seite her kommt, neigt oft dazu, die Eigendynamik sozialer Systeme zu übersehen und infolgedessen zu spät und zu wenig zu kommunizieren. So produziert man nicht selten genau die Widerstände, an denen man hinterher scheitert.

• Wer von der Marketing- und/oder PR-Seite kommt, ist gefährdet, erstens zu sehr auf Einweg-Kommunikation zu setzen und zweitens zu sehr auf "schöne Worte", in denen die Betroffenen ihre Realität nicht wiederfinden. Weil wohlklingendes Geschwätz ohne greifbaren Realitätsbezug ("Eine Ehe, die im Himmel geschlossen wurde") binnen Kurzem nur noch Überdruss auslöst, können solche Ansätze leicht die Glaubwürdigkeit des Managements beschädigen.

• Wer von der Personal-Seite her kommt, versteht oft zu wenig vom Geschäft und wird von seinen "Linien-Kollegen" oftmals nicht als kompetenter Gesprächspartner bei deren Veränderungsnotwendigkeiten empfunden. Stattdessen neigen Personaler oft dazu, aufwändige Nebenschauplätze wie Leitbilder, Führungsgrundsätze oder Competency Models zu eröffnen, die früher oder später meistens im Nirwana enden. Eine andere, seltenere Variante ist die der Überidenfikation mit dem Geschäft (bei gleichzeitig oft begrenztem Geschäftsverständnis) und die Übernahme einer Rolle als "williger Vollstrecker".

Jede dieser Gefährdungen kann man überwinden, wenn man bereit ist, sie erstens zur Kenntnis zu nehmen und ihr zweitens gezielt entgegenzusteuern. Das erste setzt allerdings eine ausgeprägte Bereitschaft zur Selbstreflexion voraus, das zweite die Bereitschaft zur Lernanstrengung auf Gebieten, die einem nicht "im Blut liegen".

Freundliche Grüße

Winfried Berner
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
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