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Anzahl Nachrichten: 5 - Seiten (1): [1]
Autor: elsa
Erstellt: 17.02.2008 - 17:26
Betreff: DIN-Norm 69 901 (Projekt-Management)
hallo!

habe eine frage, und zwar wegen dieser DIN-Norm 69 901, in der Literatur wird Projektmanagement stets über diese Norm definiert; was aber bedeutet diese Norm eigentlich? warum wird der PM-Begriff immer bzw. gerade von dieser Norm abgeleitet und wie ist es überhaupt dazu gekommen? wer hat das quasi "erfunden"?

Hoffe auf baldige Antworten, da ich zum Thema Projektmanagement eine Präsentation habe.

Liebe Grüße
elsa

______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 9.5.2002
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 17:26
Betreff: re: DIN-Norm 69 901 (Projekt-Management)
Hallo Elsa,

was in der Norm steht, finden Sie über eine Google-Recherche zu den Stichworten "DIN 69901" und/oder "Definition Projekt". Oder auch auf dieser Website unter dem Stichwort Projekte.

Weshalb diese unbrauchbare Definition so hohe Popularität besitzt, ist eine interessante Frage. Es wirft den Verdacht auf, dass der mittelalterliche Autoritätsbeweis - Recht hat nicht, wer die bessere Argumentation vorweist, sondern wer die höhere Autorität zitiert - durch die Aufklärung doch nicht restlos überwunden wurde, sondern nach wie vor viele Menschen anspricht.

Weshalb es das "Deutsche Insititut für Normung e.V.", das für die DIN-Normen verantwortlich zeichnet, überhaupt für erforderlich befunden hat, den Begriff Projekt zu definieren, gehört für mich zu den ungelösten Menschheitsrätseln. (Vielleicht weiß ja einer der Leser die Auflösung.) Aber wenn schon, hätte es eine saubere Definition vorlegen sollen.

Viel Erfolg mit Ihrer Präsentation - und ein bissl mehr Mut zu eigenen Recherchen!

Winfried Berner
Autor: elsa
Erstellt: 17.02.2008 - 17:27
Betreff: re: re: DIN-Norm 69 901 (Projekt-Management)
Lieber Hr. Berner!

Vielen Dank für ihre Antwort, hilft mir um einiges weiter. "ungelöste Menschheitsrätsel" ein wirklich sehr interessanter Gedanke den Sie da verfolgen.
Nochmals vielen Dank und ich werde Ihren Rat bezüglich eigenes recherchieren beherzigen

Liebe Grüße
elsa
Autor: Reginald Huber-Scholz
Erstellt: 17.02.2008 - 17:27
Betreff: re: re: re: DIN-Norm 69 901 (Projekt-Management)
Hallo Herr Berner,

was haben Sie eigentlich gegen die DIN-Definition? Es ist doch nicht falsch, dass Projekte durch "die Einzigartigkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit" gekennzeichnet sind?!

Gruß
RHS
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 17:28
Betreff: re: re: re: re: DIN-Norm 69 901 (Projekt-Management)
Hallo Herr Huber-Scholz,

nein, falsch ist es nicht, aber erstens unscharf und zweitens nutzlos. Jede Kundenreklamation, jeder Theaterbesuch, jeder Autounfall, jede Jubiläumsfeier ist ebenfalls durch "die Einzigartigkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit" gekennzeichnet. Aber handelt es sich deshalb um Projekte? Selbst wenn man es nicht so streng nimmt wie die alten Griechen, die behaupteten, "dass niemand zweimal in den selben Fluss steigt", weil "panta rhei - alles fließt", muss man doch sehen, dass die Einzigkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit für jedes Ereignis zutrifft, das ein bisschen über Alltagsroutine hinaus geht.

Für nutzlos halte ich die DIN-Definition, weil aus ihr, ganz abgesehen von obigem Mangel, keine sinnvollen Schlussfolgerungen ableitbar sind. Was hilft es uns, von der "Einzigartigkeit ..." zu wissen? Welche Art von nützlicher Erkenntnis können wir daraus ableiten?

Wie bereits erwähnt, habe ich grundsätzliche Zweifel am Nutzen von Definitionen. Wer weiß, was ein Projekt ist, braucht keine Definition - wer sich darunter nichts vorstellen kann, wird es auch durch die beste Definition nicht erfahren. Definitionen eignen sich nur zur Begriffsklärung in der fachlichen Diskussion - also um herauszufinden, ob alle Gesprächspartner das Gleiche unter einem Begriff verstehen.

Dafür aber muss die Definition formal sauber und vor allem trennscharf sein: Sie muss präzise trennen zwischen der Menge, die mit dem Begriff gemeint ist, und der, die es nicht ist. Deshalb gilt hier ganz besonders die alte niederbayerische Bauernregel: "Wennstas scho machst, na machs gscheit!" Oder auf hochdeutsch: "If you do it, do it properly."

Winfried Berner
Anzahl Nachrichten: 5 - Seiten (1): [1]
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