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Anzahl Nachrichten: 4 - Seiten (1): [1]
Autor: linda2
Erstellt: 15.02.2008 - 17:09
Betreff: Mitarbeiterbefragung und Betriebsrat
hallo,

es gab vor kuzem von verdi ein seminar "mitarbeiterbefragung als betriebsrat aktiv gestalten"; dabei ging es darum, dass der betriebsrat eine checklise für die mitarbeiter vorbereitet (fragen nach der psychischen belastung, arbeitsbedingungen, schutzmaßnahmen etc.). war zufällig einer dort gewesen und kann darüber berichten?? oder allgemein zu dieser thematik?

ist es zulässig, dass der BR einen fragebogen rausgibt ohne ihn vorher vom abeitgeber "absegnen" zu lassen (umgekehrt ist dies ja nicht möglich --> § 94 BetrVG).

vielen dank im voraus

______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 27.9.2006
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 15.02.2008 - 17:10
Betreff: re: Mitarbeiterbefragung und Betriebsrat
Hallo,

ich kann Ihnen dazu nichts sagen, weil mir dafür die juristischen Detailkenntnisse fehlen - warum fragen Sie nicht direkt bei Verdi nach?

Freundliche Grüße

W. Berner
Autor: Doris Spohr
Erstellt: 15.02.2008 - 17:11
Betreff: re: Mitarbeiterbefragung und Betriebsrat
Hallo,

leider habe ich längere Zeit nicht ins Forum geschaut und kann erst mit Verspätung meine Erfahrungen mit der Vorbereitung einer Mitarbeiterbefragung (MAB) weitergeben.

Im vergangenen Jahr haben wir als BR das Thema Unternehmenskultur und MAB angestoßen. Nach dem Besuch eines Seminars beim ifb haben wir mit der Geschäftsleitung gesprochen und die Zusage für eine gemeinsam durchgeführte MAB bekommen.

Nach allem, was ich verstanden habe, hat es wenig Sinn, eine MAB "nur" vom BR zu starten. Als Forum für anonyme Meinungsäußerung und Gradmesser für Zufriedenheit greift die MAB zu kurz. Eine MAB weckt Erwartungen und ist ein Instrument der Unternehmensentwicklung. Der BR allein kann aber nicht für einen anschließenden Veränderungsprozess sorgen; die Geschäftsleitung allein auch nicht. Alle Beteiligten müssen eine solche Intervention wollen. Und das schwierigste wird der Folgeprozess werden, ich befürchte, da braucht es viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Da bei uns niemand praktische Erfahrungen mit MAB hat, haben wir uns dafür entschieden, mit einem externen Institut zusammen zuarbeiten. Das sorgt für Neutralität und hilft uns bei der Erstellung eines Fragenkatalogs, der technischen Durchführung, bei der Analyse und dem Anstoßen der Folgemaßnahmen. Die Entscheidung, wer uns unterstützt, soll in Kürze fallen.

Ich finde das alles sehr spannend und bin dankbar, dass ich in einem für Betriebsräte recht neuen Bereich mitgestalten kann. Bin gespannt auf weiteren Austausch zu diesem Thema.

Viele Grüße,

Doris Spohr
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 15.02.2008 - 17:12
Betreff: re: re: Mitarbeiterbefragung und Betriebsrat
Hallo Frau Spohr,

nur eine Anregung, für die es nach Ihrer Beschreibung des aktuellen Standes offenkundig noch nicht zu spät ist: Machen Sie sich und Ihren Mitstreitern rechtzeitig vor der Erstellung eines Fragenkatalogs klar, dass eine Mitarbeiterbefragung unvermeidlich Erwartungen weckt. Ihre Fragen sollten daher nicht nur dazu dienen, Informationen zu bekommen, sondern auch dazu, diese Erwartungen zu managen. Denn wenn die Befragung die Aufmerksamkeit und damit die Erwartungen auf Handlungsfelder lenkt, bei denen dann hinterher nichts geschieht, entstehen Enttäuschungen, die bekanntlich die Ursache der meisten Konflikte sind.

Ansonsten: Viel Erfolg!

Freundliche Grüße

Winfried Berner
Anzahl Nachrichten: 4 - Seiten (1): [1]
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