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Autor: Johann
Erstellt: 18.02.2008 - 15:46
Betreff: Wann gilt Betriebsübergang?
Hallo,

folgende Situation:

ein europäisches Untenehmen hat eine europäische Filialkette der Konkurrenz aufgekauft, um die eigene Filialkette zu erweitern.
In Deutschland waren bisher 30 Filialen und eine entsprechend große Zentrale. Die gekaufte Kette ist über 300 Filialen stark und hat auch eine entsprechend größere Zentrale. Wie es aussieht soll jetzt unsere Zentrale geschlossen werden und die 30 alten Filialen zur neuen Zentrale angegliedert werden. Zwischen den Zentralen ist eine Entfernung von ca. 350 km.

Unsere in Deutschland liegende Zentrale wurde vor 1 1/2 Jahren schon einmal von Süddeutschland in den Norden verlegt und es wurden in diesem Zuge viele Filialen geschlossen und viele Mitarbeiter in der Zentrale verloren ihren Arbeitsplatz. Allerdings gab es einen Betriebsrat und gute Abfindungen für die scheidenden Mitarbeiter. Aber es ist auch ein Teil mitgezogen, die jetzt wieder vor einer möglichen Entlassung stehen. Wir haben in der Zentrale keinen Betriebsrat, aber in 2 der größeren Filialen existiert noch einer. Jetzt wissen wir, in der alten Zentrale nicht, was wir machen sollen, gesagt oder angekündigt worden ist noch nichts. Wir wissen von der Übernahme erst seit 1 Woche in Form einer Presseerklärung der Konzernspitze. Angeblich weiß keiner was geplant ist.

Was können wir tun, wir bitten um Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Johann

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Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 22.12.2002
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.02.2008 - 15:48
Betreff: re: Wann gilt Betriebsübergang?
Hallo Johann,

das klingt in der Tat unerfreulich, zumal die Schließung der alten Zentrale, soweit man das aus der Ferne beurteilen kann, auch aus strategischer Sicht leider plausibel ist. Zwar neigen die meisten Unternehmen dazu, nach Möglichkeit mit ihren eigenen Ländergesellschaften weiterzuarbeiten, weil hier die Abläufe und Spielregeln eingeübt sind. Aber bei einem so krassen Zahlenverhältnis spricht doch viel für die Schließung der kleineren Zentrale, weil die andere Lösung vermutlich um ein Vielfaches teurer wäre.

Da ich kein Jurist bin, darf ich Ihnen keinen rechtlichen Rat geben, weil ich sonst Abmahnungen und eine Geldstrafe riskieren würde.

Stattdessen drei Empfehlungen: Erstens, den Rat eines Fachanwalts für Arbeitsrecht in Anspruch zu nehmen – eine Erstberatung kostet nach § 20 BRAGO (Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung) maximal 180 Euro zuzügl. Mehrwertsteuer. (Falls Sie oder einer Ihrer Kollegen Mitglied einer DGB-Gewerkschaft sind, erhalten Sie die Rechtsberatung dort kostenlos.) Zweitens, sich zur Vorbereitung dieses Gesprächs den Artikel Betriebsübergang und dort insbesondere die zitierten Absätze 1 sowie 5 und 6 des §613a BGB genau durchzulesen. (Keine Sorge, sie sind auch für Laien verständlich.)

Ich vermute, dass Ihnen das Lesen dieses Texts ein Stück mehr Klarheit und Gelassenheit geben wird. Dennoch sollten Sie auf eine Rechtsberatung nicht verzichten – ein erfahrener Arbeitsrechtler kann Ihnen am ehesten sagen, ob Sie einfach gelassen abwarten oder schon jetzt aktive Schritte unternehmen sollten.

Doch auch die großzügigste Abfindungsregelung wird es Ihnen nicht ersparen, dass Sie, falls Ihr Standort geschlossen wird, Ihren Job verlieren – außer, man bietet Ihnen an einem anderen Standort einen Arbeitsplatz an. Deshalb dürfte es sich drittens schon jetzt lohnen, dass Sie sich Gedanken über Ihre beruflichen Alternativen machen. Dabei helfen Ihnen die Kapitel 4 "Was ist Ihnen wichtig im (Berufs-)Leben?" und 5 "So managen Sie Ihren Marktwert" meines Buchs. Schauen Sie sich auch die Kapitel 7 "Wie Sie die externe Option optimal verfolgen" und 9 "Die Konditionen Ihres Ausscheidens" an!

Ich hoffe, dass Ihnen diese drei Empfehlungen helfen, die Weihnachtstage mit ein bisschen weniger Stress zu genießen – und zugleich die ersten Weichen für Ihre Zukunft zu stellen.

Ich wünsche Ihnen ein besonders erfolgreiches Neues Jahr!
Ihr Winfried Berner

PS: Falls das andere Unternehmen in seiner Zentrale einen Betriebsrat hat, kann Ihnen übrigens niemand verwehren, auch mit diesem Kontakt aufzunehmen. Zwar ist nicht sicher, ob er sich für Sie zuständig fühlen wird (rein rechtlich ist er es wohl nicht), aber einen Versuch ist es allemal wert.
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
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