Die Umsetzungsberatung

Das Change Management Forum



Neu von Winfried Berner:
"Change!"

15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

Change! - 15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

Für weitere Informationen
klicken Sie bitte hier.
 

Neu von Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"

Bleiben oder Gehen

Für weitere Informationen
klicken Sie bitte hier.
 

Anzeige

 

Willkommen im Change Management-Forum!

Das Forum wurde abgeschaltet. Sie können darin weiterhin recherchieren, jedoch keine Beiträge mehr einstellen.

Das Change Management Forum
Anzahl Nachrichten: 3 - Seiten (1): [1]
Autor: Menschin
Erstellt: 15.02.2008 - 17:52
Betreff: Ermutigung vs. Lob
Die Buchbesprechung von Herrn Berner unter Ermutigung – eine der wichtigsten Führungsfähigkeiten überhaupt
hat mich im wahrsten Sinne des Wortes ermutigt, einen Eintrag zum Thema "Ermutigung" zu wagen.

Kritik kennen wir, auch konstruktive Kritik. Das alles sind Wortschöpfungen, Betrachtungsweisen und Handlungen einer Gesellschaft, die auf Fehler schaut. Lob, kennt jeder, wenn auch nicht unbedingt aus der eigenen Erfahrung. Aber das Wort haben wir schon einmal gehört.

Wo ist nun der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung?
Nun, das Lob geht auf eine vollendete Handlung, z.B. zum achtjährigen Kind "Thomas, das hast Du gut gemacht." Das gesagte erntet ein Lächeln, zumindest macht das Kind weiter.

Eine Ermutigung könnte folgendermaßen klingen: "Thomas, Du kannst wundervoll bauen. Da sind ja richtige Türen in Deiner Sandburg zu sehen. Du bist ein aufmerksamer Beobachter und guter Baumeister." Eine Ermutigung geht immer auf die ganze Person, ist nicht "nur so" dahingesagt, und enthält im Idealfall sogar eine Begründung, die wiederum auf die gesamte Person geht. Sie setzt voraus, dass ich mich mit der Person ernsthaft beschäftige/beschäftigt habe.

Theoretisch betrachtet ist Ermutigung im Sinne der Individualpsychologie ein einfaches Gebäude bestehend aus einem
Fundament = Ermutigung,
zwei Säulen : Säule 1 = Annehmen der Person, Säule 2 = Beitragen/Tun und einem Querträger = das Zugehörigkeitsgefühl.
Ein Mensch, der ermutigt ist, einerseits aus sich selbst heraus, andererseits durch seine Mitmenschen, trägt zum Leben bei und fühlt sich zugehörig.

Ein entmutigter Mensch trägt nicht bei und fühlt sich nicht zugehörig. Die Konsequenzen kann sich jede/r Leserin lebhaft vorstellen.

Ich freue mich über Rückmeldungen

Christa Nehls
Dipl. Individualpsychologische Beraterin (ASI)

______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 30.1.2006
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 15.02.2008 - 17:53
Betreff: re: Ermutigung vs. Lob
Hallo Frau Nehls,

ein spannender Gedanke, den ich so noch nicht gesehen habe, dass Ermutigung, wie Sie sagen, "immer auf die ganze Person geht". Demnach würde für Ermutigung genau nicht die Feedback-Regel gelten, nur spezifisches Verhalten und dessen Wirkung zu beschreiben, und auch nicht die individualpsychologische Regel für Kritik, "zwischen Tat und Täter (zu) trennen". Stattdessen würde Ermutigung genau darauf zielen, die Verbindung "zwischen Tat und Täter" zu stärken. Haben Sie eine Erklärung für den Unterschied?

Mir scheint noch ein anderer Leitgedanke der Ermutigung wichtig, nämlich, nicht Erfolge zu loben, sondern Anstrengungen: Wenn ein Mensch nach längerem Bemühen einen Erfolg erzielt hat, dann ist dieses "Erfolgserlebnis" ermutigend genug. Natürlich ist es trotzdem schön, wenn dieser Erfolg auch von anderen (und vor allem vom Chef) gesehen und anerkannt wird, doch in puncto Ermutigung spielt diese Anerkennung keine große Rolle mehr. (Außer, wenn der eigentliche Zweck der Anstrengung darin bestand, Aufmerksamkeit und Anerkennung auf sich zu ziehen – dann würde deren Ausbleiben zur entmutigenden Enttäuschung.)

Die eigentliche Durststrecke liegt aber in der Phase, wo die Anstrengungen noch nicht vom Erfolg gekrönt waren und es (nicht nur, aber besonders für mutlose Menschen) fraglich ist, ob sie es jemals sein werden. Hier kann eine Ermutigung zu weiteren Anstrengungen sehr wichtig sein, gemäß dem Satz: "Wer zu früh aufgibt, verliert alles."

Eine andere Frage: Haben Sie aus Ihrer Praxis Erfahrungen damit, inwieweit die Ermutigung von Erwachsenen gleich oder anders funktioniert als die von Kindern? Und welche Veränderungen sich ggf. im betrieblichen Kontext ergeben?

Freundliche Grüße

Winfried Berner
Autor: Menschin
Erstellt: 18.02.2008 - 18:00
Betreff: re: re: Ermutigung vs. Lob
HAllo Herr Berner!

Diese Diskussion verspricht spannend zu werden.

In der nächsten Zeit (bis Mitte Februar) werde ich Ihnen und den anderen Lesern hier die Antwort noch schuldig bleiben, da dringende familiäre Angelegenheiten auf mich warten.

Gute Zeit Ihnen allen

Christa Nehls
Dipl. Individualpsychologische Beraterin (ASI)
Anzahl Nachrichten: 3 - Seiten (1): [1]
Sie müssen sich anmelden, um in dieser Konferenz eine Nachricht zu schreiben.