Die Umsetzungsberatung

Das Change Management Forum



Neu von Winfried Berner:
"Change!"

15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

Change! - 15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

Für weitere Informationen
klicken Sie bitte hier.
 

Neu von Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"

Bleiben oder Gehen

Für weitere Informationen
klicken Sie bitte hier.
 

Anzeige

 

Willkommen im Change Management-Forum!

Das Forum wurde abgeschaltet. Sie können darin weiterhin recherchieren, jedoch keine Beiträge mehr einstellen.

Das Change Management Forum
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
Autor: L.G.
Erstellt: 18.02.2008 - 12:26
Betreff: Mitarbeitertypologien
Sehr geehrter Herr Berner, sehr geehrte Leser,

im Zuge einer B.A. Thesenarbeit beschäftige ich mich im weitesten Sinne auch mit dem Thema Change Management. Meine Fragestellung bezieht sich aber spezifisch auf die psychologischen Prozesse, die auf der Ebene des Einzelnen oder in kleinen Gruppen stattfinden, wie auch auf das Erkennen von Mitarbeitertypologien in Changeprojekten (Innovator, Skeptiker, etc.).

Trotz exzessiver Suche im Netz und in der gängigen Literatur habe ich leider wenige Informationen zu (diagnostischen) Instrumenten gefunden, die erkennen lassen wie der Einzelne mit Veränderungen umgeht und wie dem begegnet werden könnte.

Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen!

Mit freundlichen Grüßen,
- L.G.

______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 2.8.2005
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 18.02.2008 - 12:27
Betreff: re: Mitarbeitertypologien
Hallo Herr G.,

was psychologische Prozesse im Change Management betrifft, habe ich ja einiges geschrieben und in der Rubrik Psychologie der Veränderung zusammengestellt.

Was unterschiedliche Mitarbeitertypen betrifft, ist mir auch kein diagnostisches Instrument bekannt – ich sehe allerdings auch keinen wirklichen Bedarf dafür. Denn was immer man hier an "Typen" findet, ist ja in Wahrheit nichts anderes als eine Namensgebung für bestimmte "Syndrome" von beobachtbaren Verhaltensweisen: Wenn jemand begeistert mitmacht und selbst neue Ideen und Initiativen einbringt, wird man ihn als "Aktivisten" oder "Innovator" bezeichnen, wenn ein anderer offen oder verdeckt alles tut, um die Veränderung zu erschweren und zu behindern, kann man ihn, wenn man möchte, "Bremser" nennen, wenn ein Dritter seinen Verstand benutzt, um die "wahren Absichten" des Managements zu entlarven oder die Sinn- und Aussichtslosigkeit des gesamten Unterfangens zu "beweisen", mag man ihn Zyniker titulieren. Aber das sind alles keine Erklärungen, sondern nur Bezeichnungen für bestimmte häufiger anzutreffende Verhaltensmuster.

Entsprechend simpel ist die "Diagnostik": Wenn jemand bremst, ist er halt ein Bremser, wenn jemand treibt, ein Treiber, wenn ... Was selbstverständlich nichts erklärt, sondern nur die beobachteten Verhaltensweisen in einem Wort zusammenfasst. Gerade deshalb muss man sich hüten, diese Namensgebung im Nachhinein mit einer Erklärung zu verwechseln. Auch die Zuordnung ist kein Problem: Man beobachte einfach, was die Leute machen (oder unterlassen), und gebe dem Ganzen einen handelsüblichen Namen!

Am spannendsten ist in meinen Augen die Frage, was die Leute dazu veranlasst, sich so zu verhalten, wie sie sich verhalten, und wie man möglicherweise bewirken könnte, dass sie sich anders verhalten. Dazu muss man genauer hinschauen, aber nicht auf die Symptome, sondern auf die "innere Logik" ihres Handelns. Am Beispiel des Zynikers habe ich versucht zu erklären, was für Motive hinter bestimmten Verhaltensweisen stehen können – und die Reaktionen, die ich darauf erhalten habe, signalisieren, dass zumindest einige Leser sich und/oder andere darin wiedererkannt haben.

Dennoch glaube ich nicht, dass es eine eindeutige Verbindung zwischen bestimmten Typen und bestimmten Motivationsstrukturen gibt, außer auf einer sehr abstrakten Ebene. Klar, wer gegen eine Veränderung ist, wird versuchen, sie zu ver- oder zumindest behindern. Doch welche Mittel er dafür wählt, hängt erstens von seiner Persönlichkeit ab (Lebensmut, Charakter, Lebensstil), zweitens von seiner Position (als Vertriebsleiter kann man sich schlecht beim Betriebsrat beschweren), und drittens von der (Unternehmens-)Kultur: In manchen Kulturen ist es gebräuchlich, Dissens sehr offen zu äußern, in anderen würde man Kritik niemals öffentlich äußern, sondern nur hinter dem Rücken der Betreffenden.

So, ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen das weiterhilft – aber so sehe ich es jedenfalls.

Freundliche Grüße

Winfried Berner
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
Sie müssen sich anmelden, um in dieser Konferenz eine Nachricht zu schreiben.