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Alle Kategorien > Fachliches, Technisches und Methodisches > Methoden der Veränderung > IT-Unterstützung des Change Managements
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
Autor: HeWi
Erstellt: 17.02.2008 - 17:12
Betreff: IT-Unterstützung des Change Managements
Guten Tag Herr Berner!

Dass Change Management bei der Einführung von IT-Systemen hilfreich ist, steht außer Frage.
Mich interessiert nun, inwieweit IT-Systeme das Change Management unterstützen können.
Die SAP-Komponente HR beispielsweise ist offensichtlich in der Lage einfachere Veränderungsprozesse der Personalstruktur zu begleiten, z.B. hinsichtlich der Besetzung vakanter Stellen, Personalentwicklung etc..

Das Projektmanagement als Teil des Change Managements kann ebenfalls durch entsprechende Groupware-Applikationen wie Lotus Notes oder auch MS Outlook Unterstützung finden, z.B. hinsichtlich einer teilweise vereinfachten Kommunikation zwischen den Beteiligten (EMail) oder der Nutzung einer gemeinsamen Daten-Basis (Data-Warehouse), in der sämtliche Unternehmensdaten zusammmengeführt werden.

Doch habe ich das Gefühl, dass ich mit diesen Ausführungen lediglich an der Oberfläche kratze.
Was fällt Ihnen zum Themenbereich: IT-Unterstützung des Change Managements ein? Welche Software wird ggf. in der Praxis angewandt. Wie stehen Sie zu einem solchen Einsatz der IT?
Über Antworten, Verweise und Hinweise bin ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen,

E. Schäfer

______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 2.4.2006
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 17:15
Betreff: re: IT-Unterstützung des Change Managements
Hallo Herr/Frau Schäfer,

klar bedienen sich auch Change Manager moderner "Kommunikationstechnik", von Handys über E-Mail-Newsletters über Projekt-Websites; das noch vor 10 Jahren weit verbreitete "Rundschreiben" oder "Memo(randum)" ist mittlerweile wohl beinahe ausgestorben; schon die Wörter riechen förmlich nach "Museum der Industriekultur". Aber mir geht es damit wie Ihnen offenbar auch: Das kann ich nicht so richtig aufregend finden. Auch die Verwendung von Outlook oder Lotus Nodes erscheint mir so selbstverständlich, dass sie kaum mehr der Rede wert ist als die Benutzung des Telefons. Ähnlich sehe ich auch Online-Befragungen: Logisch, diese Möglichkeit bei Bedarf zu nutzen, aber doch eigentlich selbstverständlich, oder?

Andererseits tue ich mir schwer, mir eine weitergehende IT-Unterstützung des Change Management vorzustellen. Und das, obwohl ich eigentlich neugierig auf technische Innovationen bin und ihrem Einsatz sehr aufgeschlossen gegenüberstehe. Aber der Kern des Change Management ist nun einmal das Führen von Gefühlen, und dafür braucht es nun einmal in erster Linie leibhaftiger Menschen und nicht technischer Systeme. Wie ich bei den Anforderungen an Change Manager geschrieben habe, ist das wichtigste "Tools" des Change Managers der Change Manager selber, und daran wird sich wohl auch nichts ändern, solange wir Menschen soziale Wesen bleiben.

Eine IT-Unterstützung des Change Management scheint mir daher nur als "flankierende Maßnahme" vorstellbar. Da bin ich in den letzten Jahren auf zwei Ansatzpunkte gestoßen, die mir zumindest überprüfenswert erscheinen:

"Electronic Voting" bei Workshops macht es möglich, mit mittleren bis größeren Teilnehmerkreisen die Sichtweise der Gruppe abzufragen und sie ohne umständliche Auszählung sofort an die Wand zu projizieren. Das ist sicherlich nichts, was unser Leben verändern wird, aber doch ein hübsches Gestaltungselement. Wir hatten bei einem großen Projekt erwogen, das für eine Workshopreihe einzusetzen, sind dann aber an "operativen Widrigkeiten" gescheitert.

Noch einen Schritt weiter geht die computergestützte Moderation von Veranstaltungen, bei der die Teilnehmer bzw. ihre Notebooks durch ein "intelligentes Netzwerk" verbunden sind. Dies soll auch in Großgruppen den gesamten Moderationsprozess vom Brainstorming über die Bewertung bis hin zur Präsentation der Ergebnisse unterstützen und beschleunigen. Ich habe damit bislang keine eigenen Erfahrungen sammeln können, aber (sehr) begeisterte Reaktionen von einzelnen Teilnehmern gehört. Daher bin ich außerstande zu bewerten, ob dies nur ein Gimmick ist, dessen Effekt bald wieder verblasst, wenn die üblichen sozialen Mechanismen von Großunternehmen greifen, oder ob dies zu einer dauerhaften Veränderung der Veränderung führt.

Ich wäre ausgesprochen neugierig, ob Sie oder andere Besucher dieses Forums diese oder andere innovative Instrumente selbst kennengelernt haben und was Ihre Erfahrungen damit sind. Wer auch immer dazu etwas beitragen kann, ist herzlich eingeladen, uns seine Erfahrungen zu schildern.

Freundliche Grüße

Winfried Berner
Anzahl Nachrichten: 2 - Seiten (1): [1]
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