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Anzahl Nachrichten: 3 - Seiten (1): [1]
Autor: Manfred Hermann
Erstellt: 17.02.2008 - 18:26
Betreff: Mitarbeiter-Diskussionsforum
Hallo zusammen,

ich arbeite im Bereich Corporate Communication eines Unternehmensbereiches eines großen deutschen Konzerns. Unser bundesweit, dezentral aufgestellter Bereich mit ca. 1200 Mitarbeitern soll in den nächsten Monaten an einen noch unbekannten Investor verkauft werden, was bei Teilen der Belegschaft natürlich Ängste hervorruft. Im Sinne einer offenen Kommunikation auch zwischen den Mitarbeitern denken wir derzeit über die Einführung eines Diskussionsforums in unserem Intranet nach. Unsere Befürchtung ist jedoch, dass sich dort überwiegend "die Gegner" des Verkaufs zu Wort melden, was dann zu einer Verschlechterung der Stimmung auch bei der restlichen Belegschaft führen könnte.

Frage: Hat jemand Erfahrungen (positive und/oder negative) mit solchen internen Diskussionsforen? Wie kann man die positiv eingestellten Mitarbeiter dazu ermutigen, in dem Forum ebenfalls Ihren Standpunkt kund zu tun?

Herlichen Dank

Manfred

______________________________________
Dieser Thread wurde aus dem alten Diskussionsforum übernommen, deshalb hat sich das Datum geändert.
Der ursprüngliche Eintrag datiert vom 14.5.2007
Autor: charly7767
Erstellt: 17.02.2008 - 18:26
Betreff: re: Mitarbeiter-Diskussionsforum
Ich befürchte das Gegenteil - niemand, der bei Verstand ist, wird seine wirklichen Ängste in ein öffentliches Forum stellen.
Da kann man ja gleich "Alles was Sie sagen wird gegen Sie verwendet" drüber schreiben.

Das heißt, im Forum wird es ein paar wenige Kritiker geben, die eh nicht mehr viel zu verlieren haben und einige Schleimer, und das war es dann wohl auch.

Es sei denn, Sie sichern absolute Anonymität zu - dann werden sehr viele sehr böse, verletzende Kommentare im Forum sein. Filtern Sie diese raus, so ist klar, die Firma zensiert.

Also ich denke, da kann man nur verlieren.
Benutzerbild Autor: Winfried Berner
Erstellt: 17.02.2008 - 18:28
Betreff: re: Mitarbeiter-Diskussionsforum
Hallo Manfred,

ich kann Charly7767 nur zustimmen: Ich hätte ebenfalls größte Zweifel, ob ein Diskussionsforum in dieser Situation das Instrument der Wahl ist – zumal ich nicht recht sehe, worüber man in dieser noch weitgehend ungewissen Situation diskutieren sollte. Damit käme Ihr Forum in die Gefahr, eher zu einem Spekulations- als zu einem Diskussionsforum zu werden.

Unfreiwillig könnte es die Gerüchteküche sogar anheizen. Wie würden Sie als Forums-Master zum Beispiel die folgenden Fragen beantworten: "Herr Hermann, können Sie definitiv ausschließen, dass es im Zuge der Übernahme zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird? .. dass Standort XY geschlossen wird? ... dass die defizitäre Sparte YZ verkauft wird? ... dass die neuen Eigentümer den Firmensitz ins Ausland verlagern?"

Da Sie vermutlich nichts davon mit gutem Gewissen definitiv ausschließen können (und mit jeder inhaltlichen Aussage zudem in der Gefahr wären, börsenkursrelevante Informationen preiszugeben), würde ich als unbedarfter Mitarbeiter aus Ihren mutmaßlich ausweichenden Autworten schließen: "Da ist bestimmt noch mehr im Busch, wenn die da so herumeiern! Man muss wirklich auf das Schlimmste gefasst sein!"

Ein einziger Mitarbeiter, der entweder Ihnen persönlich eins auswischen will oder Ihrem Unternehmen bzw. dem Management, genügt, um Sie in größte Verlegenheit zu bringen.

Die allermeisten Mitarbeiter werden sich allerdings aus den Gründen, die Charly7767 treffend beschrieben hat, überhaupt nicht an dem Forum beteiligen. Sie werden sich hüten, sich in einer Zeit, wo neue Herren einziehen, mit mutigen Meinungsäußerungen oder auch nur ehrlichen Fragen zu exponieren. Denn wer weiß, wie diese Investoren denken und worauf sie allergisch reagieren. Vielleicht schießen sie als erstes diejenigen ab, die lästige Fragen stellen? Und wer weiß schon, was sie als lästig ansehen werden? Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste ...

Alternativvorschlag: Schaffen Sie Gelegenheiten, bei denen man im kleineren Kreis Informationen austauschen, Gerüchte ausräumen und seine Sorgen (und Hoffnungen) besprechen kann – zum Beispiel einen Jour fixe.

Freundliche Grüße

Winfried Berner
Anzahl Nachrichten: 3 - Seiten (1): [1]
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